Versöhnung von Ökonomie und Ökologie

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

in hochentwickelten Volkswirtschaften wird häufig zu viel produziert. Dies liegt auch in der einzelwirtschaftlichen Perspektive von Unternehmen begründet. Würden sie beispielsweise an den bei der Produktion ihrer Güter entstehenden Umweltkosten beteiligt, würden die Preise steigen und die Nachfrage Ihrer Produkte sinken. Hierin machen viele Kritiker einen systemimmanenten Zielkonflikt aus, der nur durch den Einsatz staatlicher Instrumente, etwa Steuern oder Verbote aufgehoben oder beeinflusst werden kann. Naturgemäß, so die Kritiker, stehen sich also Ökologie und Ökonomie gegenüber.

Das muss aber nicht immer so sein:

Die Elektromobilität stellt einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen (CO2, Feinstaub, Lärm) und zur Ressourcenschonung dar (vorausgesetzt, die notwendige Energie wird klimaneutral hergestellt!). Speziell im gewerblichen Sektor, und dort besonders die Zustellung/Lieferung auf der sogenannten „letzten Meile“, kann der großflächige Einsatz von Elektrofahrzeugen zu signifikanten Emissionsreduktionen führen und unmittelbar durch die Bevölkerung wahrgenommen werden. Indes ist es bislang nicht gelungen, E-Fahrzeuge zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen zu produzieren und somit Gewerbetreibenden, insbesondere Flottenbetreibern, anzubieten.

Für uns folgt hieraus: Wir brauchen ein preisgünstiges Elektrofahrzeug. Denn die Menschen sind nicht bereit, für Elektromobilität mehr zu bezahlen, als sie es für herkömmliche Fahrzeuge gewohnt sind.

Die Lösung des Zielkonflikts: neue Entwicklungs- und Produktionsprozesse sowie ein modulares Fahrzeugkonzept können den vermeintlichen diametralen Konflikt „Versöhnung von Ökonomie und Ökologie“ lösen und somit „bezahlbare“ sowie umweltfreundliche Mobilität ermöglichen.

Wir Ingenieure sind also gefordert und müssen aus uns heraus umweltverbessernde Technologien und Prozesse entwickeln, die sich unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit tragen und rechnen lassen.

Hierzu können interdisziplinäre Vernetzungen einen wichtigen Beitrag leisten.

Herzliche Grüße

Prof. Dr.-Ing Achim Kampker

Prof. Dr. Achim Kampker

  • Professor „Chair of Production Engineering of E-Mobility Components“
  • Geschäftsführer Streetscooter GmbH
  • Geschäftsbereichsleiter Elektromobilität bei Deutsche Post DHL Group
  • Direktor und geschäftsführendes Vorstandsmitglied FIR e.V. an der RWTH Aachen
  • Mitglied im Beirat „Batterieforschung Deutschland“ des BMBF

„Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, musst Du in Bewegung bleiben.“

Albert Einstein

1817 hat Karl Drais in Mannheim das Fahrrad erfunden. Wir haben das 200. Jubiläum dieser revolutionären Erfindung zum Anlass genommen und widmen die aktuelle Ausgabe unseres Kundenmagazins dem Leitthema „Mobilität“. Mit interessanten Gesprächspartnern betrachten wir die Thematik aus verschiedenen Gesichtspunkten und wagen einen Blick über den Tellerrand. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

Marion Treu, Leitung Unternehmenskommunikation

Vom Laufrad bis zur Rakete.
Mannheimer Erfindergeist erobert die Welt.

Wir schreiben das Jahr 1815 als sich auf der indonesischen Insel Sumbawa mit der Eruption des Tambora-Vulkans der größte jemals dokumentierte Ausbruch ereignet und zehntausende von Menschen das Leben kostet. Im 11.000 Kilometer entfernten Deutschland – genauer gesagt in Mannheim – soll dieses Ereignis ein Jahr später der Auslöser für die Geburtsstunde der modernen Mobilität sein.

1816 geht als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichtsbücher ein, denn die Spätfolgen des tragischen Vulkanausbruchs treffen nun auch die nördliche Hemisphäre und sorgen dort für chaotische Wetterverhältnisse, Missernten, entsetzliche Hungersnöte und Pferdesterben.

In Mannheim sucht der Erfinder Karl Drais nach einer günstigen Transportalternative, die unabhängig vom Haferpreis funktioniert. Seine Lösung ist so einfach wie genial: Eine etwa 20 kg leichte, zweirädrige „Laufmaschine“ bestehend aus einem Längsbalken, der das bewegliche Vorder- mit dem Hinterrad verbindet, dazwischen ein Sattel. Der Fahrer sitzt zwischen den Rädern und stößt sich mit den Füßen am Boden ab. Mit rund 15km/h ist das neue Gefährt außerdem schneller als die gewöhnliche Postkutsche.

1817

Am 12. Juni 1817 ist es soweit und der Tüftler stellt seine Erfindung der Öffentlichkeit vor. Seine berühmte Testfahrt von seinem Wohnhaus in der Nähe des Mannheimer Schlosses zum Schwetzinger Relaishaus im heutigen Mannheimer Stadtteil Rheinau ist der Beginn des Siegeszugs der „Draisine“. Die Nachfrage ist groß und das „Velocipede“ wird von Paris über London bis nach New York und Kalkutta nachgebaut.

Die Erfolgsgeschichte wird entschleunigt, als mit Sinken des Haferpreises der Einsatz der „Schnelllaufräder“, die nur auf den Bürgersteigen und nicht auf den zerfurchten Straßen richtig genutzt werden können, mit hohen Geldstrafen geahndet wird.

Dennoch – Karl Drais gelingt mit seiner „Notlösung“ eine bahnbrechende Erfindung und er legt damit den Grundstein für den modernen Personenverkehr.

Fahrradjahr 2017 in Mannheim

Der 200. Geburtstag des Fahrrads ist für die Quadratestadt natürlich ein Grund zum Feiern. Die Aktivitäten umfassen große Festivals und Shows rund um das Fahrrad, Ausstellungen, kreativ-künstlerische Fahrrad-Projekte, aber auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Zukunft des Radverkehrs und der Mobilität der Stadt.

Die m:con – mannheim:congress GmbH ist die verantwortliche Agentur für „Monnem Bike – das Festival“ am 10. Juni 2017. Es bildet den Höhepunkt des Fahrradjahrs und ist ein großes „Geburtstagsfest“ in der City. m:con – Konzeptionistin Mirjam Dilg und Projektleiter Stefan Ossenkop haben sich intensiv mit der Thematik beschäftigt und ein innovatives Programm entwickelt. Das Festival bietet einerseits prägnante, unterhaltsame und durchaus für sich stehende Fahrrad-Impressionen, möchte aber auch als Gesamtkunstwerk mit vielen verbindenden Aspekten verstanden werden.

Die Fahrbahn wird zum Lebensraum, das Fahrrad rückt ins Zentrum. Die BesucherInnen erleben eine visionäre Verbindung aus moderner Architektur und grüner Lebensader, die die Vorzüge eines autoreduzierten Lebens spürbar macht.

Die m:con hat das Fahrradjahr außerdem zum Anlass genommen und in drei Firmenfahrräder investiert. Kurze Wege innerhalb der Stadt sollen zukünftig im Sinne der Nachhaltigkeit mit dem Fahrrad erledigt werden können. Für Botengänge steht dem Team außerdem ein E-Lastenfahrrad zur Verfügung.

1886

Auch der nächste Schritt in der Mobilitätsgeschichte wird in Mannheim getan – ebenfalls mit dem Ziel, auf Pferde vor dem Wagen langfristig verzichten zu können. Ein „Selbstfahrer“ soll her – das Automobil wird geboren.

Aus Fahrradteilen baut Carl Benz den „Motorwagen Nummer 1“. Der Motor des dreirädrigen Gefährts befindet sich hinter dem Fahrradsitz, vorne ein kleines Lenkrad, die Reifen sind aus Holz und mit einem Gummibelag überzogen. Mit nur 250 Kilogramm ist das „Ur-Auto“ ein echtes Leichtgewicht. Nach einiger Optimierungsarbeit erhält Benz unter der Nummer 37435 am 29. Januar 1886 das Patent für seine Erfindung.

Von Sponsoren und Unterstützern erfährt Benz allerdings wenig Hilfe. Seinen durchschlagenden Erfolg verdankt er schließlich der Kühnheit seiner Frau. Mit ihren beiden Söhnen Eugen und Richard bricht Bertha Benz an einem Sommertag im Jahr 1888 ohne das Wissen ihres Mannes zu einem Ausflug auf, der in die Geschichte eingehen soll. Ihre Fahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück stellt die Zukunftsfähigkeit des pferdelosen Wagens eindrucksvoll unter Beweis und läutet damit den bis heute ungebrochenen Erfolg des Automobils ein.

Nicht nur zu Land auch in der Luft sorgt der Mannheimer Erfindergeist für Innovationen. Karl Lanz, Sohn des Mannheimer Großindustriellen Heinrich Lanz, ist ein Kind seiner Zeit und begeistert sich für technische Innovationen. Sein Herz gehört insbesondere der Luftfahrt, deren Entwicklung er großzügig fördert. Und so macht die Stadt, in der die Räder laufen lernten, auch bald im Lutftschiffbau von sich reden. Am 22. April 1909 gründet Lanz gemeinsam mit Johann Schütte und August Röchling die Firma „Luftschiffbau Schütte-Lanz OHG“ im Stadtteil Mannheim Rheinau.

Im Jahr zuvor sorgt der Absturz eines Zeppelins in der Nähe von Stuttgart für Aufsehen. Johann Schütte, der Schiffsbautechnik in Berlin studiert hat, überträgt seine dort gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Dynamik, Geschwindigkeit und Widerstand auf die Bauweise der Luftschiffe. Leicht sollen sie sein, elastisch, aerodynamisch, leistungsfähig und sicher – der Prototyp aus dem Mannheimer Werk ist am 17.10.1911 bereit für seine Testfahrt.

1911

Mit Parseval und Zeppelin konkurriert Schütte-Lanz bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs um die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Militär. Technisch behauptet sich Schütte-Lanz und prägt auch den Bau der Zeppeline in Friedrichshafen. Bis 1918 werden noch 21 weitere Schütte-Lanz-Luftschiffe produziert, wodurch sich die Mannheimer als stärkste Konkurrenz des Zeppelin-Werks etablieren.

Höher, schneller, weiter. Mittlerweile sind wir in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts angekommen und der mobile Mensch ist nicht mehr zu bremsen. Land, Wasser und Luft hat er sich bereits erobert und er will mehr.

Der 1909 in Mannheim geborene Julius „Uss“ Hatry hat sich der Luftfahrt verschrieben.
Im Deutschland der Nachkriegsjahre, in dem der Bau von Motorflugzeugen verboten
ist, wird er zunächst Segelfluglehrer und konstruiert und baut schon bald selbst Flugzeuge.

1921

Wegbereiter der Landwirtschaftstechnik

Der Name Lanz ist eng mit dem Aufstieg der Industriestadt Mannheim verbunden. Schon im Jahr 1859 gründet der 21jährige Heinrich Lanz mit zwei Mitarbeitern einen eigenen Betrieb. Neben dem Import vorwiegend angelsächsischer Maschinen wird bald die Eigenproduktion von landwirtschaftlichen Geräten aufgenommen. Mit der Vorstellung des Prototyps eines Traktors auf der Landwirtschaftsausstellung in Leipzig im Jahr 1921 beginnt dessen Siegeszug um die Welt. Wegen seines Aussehens, das einer Bulldogge gleicht, erhält er den Namen „Lanz-Bulldog“.

1956 fusioniert die Firma Heinrich Lanz mit dem amerikanischen Landmaschinenhersteller John Deere.

Quelle: www.mannheim.de

1929

Höher, schneller, weiter. Mittlerweile sind wir in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts angekommen und der mobile Mensch ist nicht mehr zu bremsen. Land, Wasser und Luft hat er sich bereits erobert und er will mehr.

Der 1909 in Mannheim geborene Julius „Uss“ Hatry hat sich der Luftfahrt verschrieben. Im Deutschland der Nachkriegsjahre, in dem der Bau von Motorflugzeugen verboten ist, wird er zunächst Segelfluglehrer und konstruiert und baut schon bald selbst Flugzeuge.

Nach der Lockerung der Restriktion widmen sich Forscher und Ingenieure verstärkt raketengetriebenen Flugobjekten. Es wird experimentiert, getüftelt und getestet. Der Durchbruch gelingt schließlich dem Sohn Mannheims. Er erhält 1929 vom Flugverein Rhön-Rositten-Gesellschaft e.V. den Auftrag, ein bemanntes Raketenflugzeug zu bauen. Fritz von Opel kann als Förderer für das ambitionierte Projekt gewonnen werden.

Der junge Pilot und Konstrukteur Hatry führt die Aufgabe mit viel Herzblut schließlich zum Erfolg. Am 17. September 1929 stellt er seinen Geniestreich einem kleinen Publikum vor und zündet den Funken, der später auch Gagarins Pionierflug in den Weltraum und Armstrongs großen Schritt für die Menschheit ermöglichen wird.

HEUTE

Der Mannheimer Erfindergeist ist bis heute ungebrochen. Die Stadt ist Heimat für viele namhafte und zukunftsweisende Institute sowie börsennotierte Unternehmen. So ist ABB weltweit führender Anbieter von Schnellladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, seit 2011 ist in Mannheim außerdem das weltweite Kompetenz-Zentrum für die Bombadier Primove Technologie angesiedelt. Sie beinhaltet Bombardiers komplettes E-Mobilitätsportfolio und ermöglicht Städten und der Verkehrsindustrie
den einfachen Einstieg in die Elektromobilität.

Auch in einer innovativen Startup-Szene wird der Fortschritt jeden Tag vorangetrieben. Vom Musiker bis zum Medizintechniker – hier findet jeder seinen Platz. Die Bündelung dieser Startups in den Mannheimer Gründungszentren ist einzigartig in Deutschland.

Noch heute hat sich Mannheim einen offenen Geist für neue Ideen bewahrt, die Gründerförderung wird als Teil der Stadtentwicklung begriffen. Beste Voraussetzungen also, um auch in Zukunft Großes aus der Stadt zu erwarten, in der so vieles bereits seinen Anfang nahm.

Quellen: www.mannheim.de, www.vulkane.net, Daimler, ABB, Bombadier,
www.rhein-neckar-industriekultur.de

Senkrechtstarter aus Mannheim

Nicht nur die Meilensteine der horizontalen Mobilität werden in der Quadratestadt gelegt. Der Mannheimer Pioniergeist macht bereits im Jahr 1880 auch die Vertikale überwindbar.

Die Industrialisierung befeuert nicht nur die rasante Entwicklung technischer Innovationen, auch städtebaulich durchläuft Deutschland eine Veränderung. Die Metropolen wachsen zunehmend in die Höhe.

Auch Mannheim floriert unter der fortschreitenden Industrialisierung. Im Rahmen der ersten großen landwirtschaftlich-gewerblichen Messe, der Pfalzgau-Ausstellung, stellt der Erfinder Werner von Siemens am 11. Juli 1880 dem begeisterten Publikum den ersten elektrischen Aufzug vor. Dem Wolkenkratzerbau sind damit weltweit keine Grenzen mehr gesetzt.

Faszination Fahrrad

Thomas Mrohs aus Wiesloch in der Metropolregion Rhein-Neckar gehört mit seinem Team „Extreme Bike Sports“ weltweit zu den besten Trial-Fahrern. Das 5-köpfige Sportler-Team hat den Heimatverein MSC Schatthausen als den FC Bayern München der Fahrradtrial Welt in Deutschland etabliert. Für die Jungs ist das Fahrrad mehr als ein Hobby. Leidenschaft für das Zweirad bestimmt das Handeln, dabei werden die Grenzen des Möglichen ständig erweitert. Kein Hindernis ist zu hoch, kein Sprung zu weit – egal ob Wettkampf, Show oder Trainingsdienstleistungen, die Jungs von Exteme Bike Sports zeigen Fahrrad-Akrobatik auf höchstem Niveau.

Im Interview spricht Thomas über den Sport Fahrradtrial, seine Erfahrungen in über 25 Jahren Wettkampfsport und seine Ziele für die Zukunft.

Thomas, du betreibst seit 1992 erfolgreich den Sport Fahrradtrial, auch Bike Trial genannt – was genau kann man sich darunter vorstellen?

Trial kann aus dem englischen mit „Versuch“ bzw. Probe übersetzt werden. Daraus ergibt sich auch das Ziel des Sportes, mit dem Fahrrad Hindernisse fehlerfrei zu überfahren. Bei einem Wettkampf gibt es verschiedene Parcours, welche von den Sportlern mit einem 20“ oder 26“ Bike gemeistert werden müssen. Fahrradtrial hat sich in den 1970er Jahren aus dem Motorradsport entwickelt. Da sich nicht jeder, vor allem Kinder, ein Motorrad zum Trialfahren leisten konnten, wurde auf das Fahrrad zurückgegriffen. Mittlerweile hat sich Fahrradtrial als Disziplin beim Weltradsportverband UCI sowie dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) etabliert und es gibt in Deutschland mehrere Tausend Trialfahrer.

Warum hast Du Dich für diese Sportart entschieden?

Bereits als kleiner Junge war ich sehr fahrradbegeistert, konnte bereits mit 3 Jahren sicher fahren. Mein Mini BMX war mein ständiger Begleiter. Als ich dann 1992 auf der 1. Mai Tour mit meinen Eltern eine Showvorführung vom MSC Schatthausen sah, war es um mich geschehen. Erste Tricks habe ich direkt auf den Heimweg ausprobiert, wenige Wochen später das erste Vereinstraining besucht. Noch heute reizt mich am Trialsport die Herausforderung, Hindernisse fehlerfrei zu meistern. Jeder Wettkampf ist anders, die Hindernisse vielfältig. Der Sport fordert Kraft, Ausdauer und Geschick, die Faszination liegt darin, ständig seine Grenzen zu erweitern.

Kann jeder das Trial-Fahren lernen?

Grundsätzlich ja, jedoch gibt es einige Besonderheiten. Die Basistechniken wie Balancieren, Hinterradsprünge, den Bunnyhop oder das Entlasten um beispielsweise einen Bordstein hochzufahren kann man mit jedem Fahrrad lernen. Es bietet sich jedoch an, schnell ein spezielles Trial Bike zu kaufen. Durch die spezielle Geometrie und Rahmenform lernt man schneller die Basics und hat mehr Spaß. Neben dem Bike sollte man auch etwas Geduld mitbringen, gerade durch die hohen motorischen Anforderungen benötigt man einige Wochen und Monate bis man sicher Balancieren kann oder Sprünge auf dem Hinterrad sicher beherrscht.

Was ist das spezielle an einem Trial Bike

Neben der speziellen Reifengröße von 20“, 24“ oder 26“ fällt bei den meisten Trialbikes der fehlende Sattel direkt ins Auge. Trialsport ist eine der wenigen Radsportarten, bei denen man komplett im Stehen fährt. Dementsprechend wird für mehr Beinfreiheit sowie zur Gewichtersparung der Sattel bei den meisten Bikes weggelassen. Ansonsten sind die Rahmen sehr flach, die Bremsen sehr leistungsstark und die Bikes mit 7-9 kg sehr leicht.

Wie kam es zu der Idee, Extreme-Bike-Sports zu gründen?

Das Team Extreme Bike Sports wurde von mir 2009 gegründet, um vorhandene Kompetenzen und Erfolge zur besseren Vermarktung zu bündeln und die Fahrer durch ein professionelles Umfeld zu unterstützen. Durch mein Studium der Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sportmarketing kann ich auf entsprechende Expertisen zurückgreifen und konnte für mich wichtige Erfahrungen in der Sportvermarktung sammeln.

Mit meinem Bruder Matthias Mrohs, Dennis Keller sowie den damaligen Youngsters Dominik Oswald & Raphael Pils waren schnell Fahrer aus dem direkten Umfeld gefunden, die den Sport mit gleicher Leidenschaft betreiben und die Idee von Anfang an mit unterstützt haben.

Wie hoch ist das wöchentliche Trainingspensum eines Trial Bikers?

Das wöchentliche Trainingspensum hängt vom Leistungsstand des Fahrers ab. Unser Verein bietet einmal die Woche ein geregeltes Training unter Anleitung ausgebildeter Trainer in Schatthausen. Unsere Leistungsfahrer trainieren jedoch fast täglich, im Schnitt 5-6 Tage die Woche. Neben speziellen Trial Trainingseinheiten stehen natürlich auch noch Athletiktraining, Bewegelichkeitstraining sowie Ausdauertraining auf dem Plan. Somit kommen in der Vorbereitungsphase bis zu 30 h Training zustande, was sich in der Wettkampfzeit auf 15-20 h verringert.

An welchen Wettkampf erinnert Ihr euch besonders gerne, was waren die Highlights in über 25 Jahren eurer aktiven Zeit?

Schwierig zu beantworten, da wir über die Jahre so viel tolle Eindrücke und Erfolge rund um den Globus gesammelt haben. Zu den Highlights gehören sicherlich die Weltmeisterschaften 2006 in Neuseeland, wo Matthias Mrohs 3 WM Medaillen gewinnen konnte, Raphaels Silbermedaille bei seiner ersten WM Teilnahme 2010 in Kanada sowie die Europameisterschaften von 2010 – 2015 bei denen wir 6 Jahre in Folge den Titel bei den Junioren gewinnen konnten durch jeweils 3 Titel von Dominik Oswald & Raphael Pils. Nicht zu vergessen die 4 Weltmeistertitel bei den Junioren durch Raphael Pils und Dominik Oswald in den Jahren 2011 & 2012 sowie 2014 & 2015.

Ein weiteres Highlight war 2013 eine Reise in den nahen Osten zum ersten internationalen Trial Cup im Iran. Eine tolle Veranstaltung und spannende Eindrücke hinsichtlich der iranischen Kultur.

Wie gelingt es Dir und Deinen Fahrern, Studium/ Beruf, Privatleben und den Sport unter einen Hut zu bekommen?

Leider gehört Fahrradtrial zu den weniger bekannten Sportarten in Deutschland und es gibt kaum Fördergelder. Ein großer Teil der Reisen zu den Wettkämpfen muss von den Sportlern und Familien selbst getragen werden. Dementsprechend liegt neben dem Sport der Fokus ganz klar auf Ausbildung und Beruf. Es erfordert viel Disziplin und eine gute Planung, Training, Wettkämpfe und Beruf zu vereinen. Ähnlich wie in anderen Sportarten muss man klare Prioritäten setzen, die Wochen und Trainings sind gut geplant, der Jahresurlaub wird oft mit den Weltmeisterschaften kombiniert und die Unterstützung von Eltern und Freunden hilft, den Alltag zu meistern. 2017 haben wir das Glück, mit Raphael als Sportsoldat sowie einer Halbtagsstelle von Dominik uns weiter zu professionalisieren. Wir wollen die Zeit nutzen, international voll auf Angriff zu fahren.

Für welche Art von Events werdet Ihr hauptsächlich gebucht?

Anfragen konzentrieren sich hauptsächlich auf Veranstaltungen, die dem Publikum eine tolle Show bieten wollen. Neben Messen werden wir sehr oft als Pausenprogramm für Kongresse und Stadtfeste gebucht. Es kommen jedoch auch Anfragen von TV Sendungen sowie Videoproduktionen. Da unsere Shows bzgl. Hindernissen, Zeitablauf und Anzahl der Fahrer sehr variabel sind, können wir fast jede Anfrage realisieren und ein passendes Angebot schnüren. Highlights waren für uns sicherlich die IAA Frankfurt, eine chinesische TV Show mit über 18 Mio. Zuschauern sowie eine Show bei einem Fahrradgottesdienst in einer Kirche.

Wirkt sich das Fahrradjahr 2017 auf Eure Buchungssituation aus?

Da ich mich aus beruflichen Gründen etwas zurückgezogen habe und sich Dominik und Raphael dieses Jahr voll auf die Wettkämpfe konzentrieren, sind nur noch wenige freie Slots für Showvorführungen vorhanden. Wir konzentrieren uns deshalb vorrangig auf Termine in der Metropolregion Rhein Neckar und freuen uns, Teil diverser Festivitäten im Rahmen des Jubiläums 200 Jahre Fahrrad zu sein, vor allem in Mannheim, wo Karl Drais 1817 erste Fahrversuche mit seiner Draisine unternahm.

Wo siehst Du Dich und Dein Team in Zukunft?

Mittlerweile bin ich 32 Jahre und die Priorität des Trialsports rückt derzeit mehr und mehr in den Hintergrund. Ich konzentriere mich bereits jetzt vorrangig auf die Verwaltung und Trainingsplanung im Team und steige selbst nur noch für ausgewählte Wettkämpfe und Shows auf das Rad. In Zukunft möchte ich jedoch trotzdem noch so fit sein, um Hindernisse mit meinem Rad zu meistern. Eventuell steht dann ja auch schon Nachwuchs in den Startlöchern und wir können gemeinsam trainieren, vorausgesetzt der Nachwuchs findet den gleichen Gefallen am Radsport wie ich.

Im Team arbeiten wir sehr hart daran, neben den Junioren Weltmeistertiteln der Vergangenheit auch bei den Herren ganz vorne mitzumischen. Ein sehr schwieriges Unterfangen, da die internationale Konkurrenz bei den Herren sehr stark ist. Dominik, derzeit Platz 4 und Raphael, derzeit Platz 7 der Weltrangliste, stehen jedoch in den Startlöchern.

Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt. Eins ist sicher, wir bleiben mit Leidenschaft dem Trialsport treu und geben weiter unser bestes, den Sport bekannter zu machen und Menschen für das Radfahren zu begeistern.

Das Interview führte Sarah Gröhbühl

Die bewegte Geschichte der Mobilität

Hätten Sie’s gewusst?

Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes belief sich der Fahrradbestand in Deutschland 2015 auf 72 Millionen Stück. Im Jahr 2007 waren es noch vier Millionen weniger. (statista)

benzin

Der Durchschnittspreis für Dieselkraftstoff beträgt 2016 107,21 ct/l, 1950 waren es 17,2 ct/l. (statista)

Rund 10 Milliarden Fahrgäste nutzen jährlich den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland. Busse und Bahnen ersetzen damit jeden Tag 20 Millionen Autofahrten auf deutschen Straßen. (VDV)

bus

Etwa 60.000 Busse und Bahnen sorgen täglich für Bewegung im
deutschen ÖPNV.
(VDV)

bahn

1886 erfand Dr. Carl Benz in Mannheim das Automobil.

Gemessen an der Zahl der ausgestellten (Karten-)Führerscheine gibt es in Deutschland rund 36 Millionen Fahrer von Kraftfahrzeugen.
(Stand: 1. Januar 2016). (statista)

2015 wurden in Deutschland insgesamt 24.800.000.000 Personenfahrradkilometer gefahren. (Destatis)

Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine  (Draisine) durch Mannheim.

Draisine1817

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 193.861.000 Passagiere im Luftverkehr befördert. (statista)

Die USA haben mit 6,59 Mio. Kilometern das längste Straßennetz der Welt. Deutschland liegt mit rund 650.000 km auf dem 12. Rang. (statista)

Deutschland soll bis zum Jahr 2020 zum Leitmarkt für Elektromobilität auf- und ausgebaut werden. (BMVI)

Derzeit fahren rund 55.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen, darunter 33.000 Hybrid-Fahrzeuge und 19.000 Elektro-Fahrzeuge. (bundesregierung.de)

Das deutsche Autobahnnetz ist insgesamt 12.993 km lang. Bayern hat mit 20 % den größten Anteil daran. (statista)

Das größte Rad der Welt ist 7,80 Meter lang, 3,70 Meter hoch und wiegt 150 Kilo. (200jahre-fahrrad.de)

38 % der Deutschen nutzen das Fahrrad mehrmals bis täglich pro Woche.
(Fahrradmonitor 2015)

Am Gesamteuropäischen E-Bike Markt hatte Deutschland 2015 einen
Anteil von
40 %(CONEBI)

Die Nutzung von Bussen und Bahnen spart bundesweit etwa
so viel Energie, wie eine Großstadt mit all ihren Haushalten, dem Verkehr und der Industrie im Jahr emittiert.

(VDV)

Die Prognose zum weltweiten Umsatz mit Elektrofahrzeugen für 2030 liegt bei 459 Milliarden €.
(statista)

Mobilität der Zukunft

Nachhaltig und individuell

Die Mobilität der Zukunft ist nicht nur elektrisch. Sie ist vernetzt, sie ist grün, sie ist innovativ und individuell. Das Privatfahrzeug hat als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit schon längst Konkurrenz bekommen. Je nach Lebensmodell und Wohnort versprechen flexible Optionen wie beispielsweise Car-Sharing, Mitfahrzentralen oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel klare Vorteile – der moderne Mensch bewegt sich multimodal.

Das Karlsruher Internet Unternehmen raumobil GmbH greift mit seiner Mobilitätsplattform „Green Mobility“ die individualisierte und nachhaltig orientierte Anfahrtsplanung auf und bietet auf einer Plattform den direkten Vergleich von Reisedauer, Kosten und CO2-Emissionen für die Anreise unter anderem mit Bahn, Fernbus, Auto, Mitfahrgelegenheit, Flugzeug oder ÖPNV. Autofahrern bietet die Karte eine exakte Wegbeschreibung sowie Informationen zu Verkehrsbehinderungen und Parkplätzen in der Umgebung.

Am Anfang des StartUps im Jahr 2006 stand die Idee der ersten Sharing Community. Damals noch vom High-Tech Gründerfonds finanziell unterstützt, braucht es heute keine öffentlichen Gelder mehr, um Projekte zu realisieren: „Generell gibt es keine direkte Förderung, die Entwicklung wird über diverse Dienstleistungsprojekte querfinanziert, da raumobil auch als Agentur für größere Kunden Webportale und -applikationen erstellt“, so Geschäftsführer Oliver Wolf, der gemeinsam mit Michael Böttger ein 15-köpfiges Team leitet. „Seit einigen Jahren sind wir außerdem regelmäßig Projektpartner bei diversen Forschungsprojekten im Mobilitätsumfeld. Viele Ergebnisse daraus fließen dann direkt in die Weiterentwicklung von Green Mobility ein.“

Die Idee zu Green Mobility Map entstand 2009 durch eine Anfrage des Weltleichtathletikverbands (IAAF) im Rahmen der Leichtathletik-WM in Berlin. raumobil wurde beauftragt, ein Anreise-Tool zu entwickeln, das Verkehrsmittelvergleich, CO2-Rechner und Informationen zur CO2-Kompensation gewährleistet.

„Wir haben gesehen, dass hier ein Bedarf besteht und jede Veranstaltung hinsichtlich der Besucheranreise individuelle Anforderungen abhängig vom Location-Umfeld hat“, so Wolf. Die ersten Plattformen waren noch sehr aufwändig in der Erstellung und Anpassung: „Die erste Hürde, die wir überwinden mussten, war die Akquise diverser Partner, um möglichst viele Mobilitätsdaten zur Verfügung zu haben.“ Über Bus und Bahn, Fernbusverbindungen, Mitfahrgelegenheiten, Nahverkehr, Taxi und Flüge bis hin zu Spritpreisen, Parkhäusern und Carsharing mussten vor der eigentlichen Umsetzung zunächst wichtige Partner und Daten gewonnen werden. „Die größte technische Herausforderung bestand darin, die vielen verschiedenen Verkehrsdatenschnittstellen in ein einheitliches Format zu bringen, um sie such- und vergleichbar zu machen“, berichtet Oliver Wolf.

Die Technik ist dabei aber nur die eine Seite der Medaille. Für Wolf und sein Team war es genauso wichtig, dem User ein Endergebnis zur Verfügung stellen zu können, das auf jedem Endgerät eine optimale Nutzungsqualität bietet.
Inzwischen wurde das Tool so optimiert, dass es schnell und unkompliziert für beliebige Veranstaltungsorte angeboten und individualisiert werden kann. Auch eine kostenlose Basisversion kann in einfachen, wenigen Schritten online durch den Nutzer selbst generiert werden.

Auch bei Partnern und Kunden erkennt er eine deutliche Bewusstseinsänderung im Bereich nachhaltige Mobilität. So habe die Bereitschaft zur Kooperation, die eigenen Mobilitätsdaten auch anderen Portalen bereitzustellen, in den letzten Jahren zugenommen. „Die Anbindung der Partnerangebote erfolgt per Schnittstelle, somit sind auf Green Mobility immer aktuelle Angebote verfügbar, die direkt miteinander verglichen werden können. Die Buchung der Fahrzeuge beziehungsweise der Kauf der Tickets erfolgt dann direkt auf den Partnerportalen.“

Die Kunden-Nachfrage spricht für das Konzept von raumobil. So ist die Karlsruher Ideenschmiede aktuell unter anderem für das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg beratend tätig und konzipiert ein digitales Verkehrskonzept für den Nationalpark Schwarzwald.

Oliver Wolf sieht den Grund darin, dass sich die Lebensstile hinsichtlich des Mobilitätsverhaltens seit einigen Jahren von Grund auf verändern: „Mobilität muss heutzutage sozial, zukunftsfähig, ökologisch und ökonomisch sein. Insbesondere in den Städten verzichtet heute eine wachsende Zahl junger Erwachsener auf ein eigenes Auto. Zwei Drittel der jungen Menschen lebt in der Stadt und organisiert fortschreitend die eigene Mobilität multimodal, das heißt, dass wegeabhängig verschiedene Fahrzeuge genutzt werden.“

Die schnell fortschreitende technologische Entwicklung, aber vor allem auch ein verändertes Wertebewusstsein, der verantwortungsvolle Umgang mit vorhandenen Ressourcen, Klimaschutz und der Wunsch nach steigender Lebensqualität unterstützen das Bedürfnis zur Veränderung der heutigen Verkehrskonzepte. „Der Trend geht von einem Individualverkehrsmittel geprägten Personenverkehr hin zu flexiblen, intermodalen und vernetzten Mobilitätssystemen. Hier möchten auch die Veranstalter ihren Besuchern Lösungen anbieten, die den neuen Bedürfnissen gerecht werden“, deutet der raumobil-Geschäftsführer den Erfolg der Green Mobility.

Entsprechend liefern seine Kunden auch wertvollen Input zur Weiterentwicklung der Plattform. So erfolgte beispielsweise eine Internationalisierung des Tools durch das Wacken Open Air Festival, da hier viele Besucher aus ganz Europa aber auch aus Übersee anreisen. Die Darstellung und permanente Veränderung von Baustellen und Straßensperrungen während einer längeren Bauphase waren neue Anforderungen, die von den Städten Tuttlingen und Karlsruhe an die Karte gestellt und von raumobil implementiert wurden. Von den neu entwickelten Features profitieren dann direkt auch alle Bestandskunden, die das Tool bereits im Einsatz haben.

In Karlsruhe wird die Plattform aktuell konzeptionell, optisch und auch technisch komplett überarbeitet: „Hier fließen alle unsere Erfahrungen der letzten Jahre mit ein. Wir verfolgen künftig einen sehr modularen Ansatz, also eine Art Baukastensystem mit einem Verkehrsmittelvergleich basierend auf Echtzeitdaten als zentralem Element. Dieses Kernelement kann in jede beliebige Webseite und App einfach eingebunden und um weitere Baukastenmodule erweitert werden, zum Beispiel Content zur Beschreibung der Lage vor Ort, Parksituation, Shuttles, Karteninhalte und User-Mobilitätsprofile. Im Rahmen von Unternehmensmobilität kann perspektivisch auch eine Fuhrparkanbindung und Dienstreiseplanung gewährleistet werden.“

Auch kleinere und regionale Anbieter aus dem Mobilitätsumfeld sollen durch standardisierte Schnittstellen für Verkehrsmittelanbieter künftig befähigt werden, ihre Angebote auf der Green Mobility Plattform selbst einzubinden.

Das Nutzererlebnis bleibt für Wolf und sein Team nach wie vor im Fokus ihrer Entwicklungsarbeit: „Langfristig wollen wir dem Endverbraucher ein einheitliches Informations-, Buchungs- und Abrechnungssystem bereitstellen, das einerseits verschiedene Mobilitätsanbieter und Verkehrsträger flexibel integriert und andererseits eine integrierte, transparente und barrierefreie Möglichkeit zur Nutzung aller Mobilitätsdienstleistungen bietet.“

Mit wachsender Komplexität und immer mehr unterschiedlichen Endgeräten stellt die positive Userexperience eine sehr große Herausforderung dar. „Ziel ist es nach und nach die Schnittstellen und Prozesse im Hintergrund so zu optimieren, dass wir ähnlich wie Google mit einem Suchschlitz alles abfangen können. Auch könnte man sich vorstellen, dass irgendwann Sprachsteuerungselemente hinzukommen“, so Wolf.

Mit Blick in die Zukunft sieht der Mobilitäts-Experte eine noch deutlichere Entwicklung hin zur Intermodalen Mobilität: „Die Art und Weise unserer Fortbewegung wird sich in den nächsten Jahren noch weiter verändern. Die Entwicklung des Verkehrssektors wird vom Verzicht vieler Menschen auf das eigene Auto zugunsten der „Shared Mobility“ mit individualisierten Mobilitätslösungen geprägt sein. Selbstfahrende Autos gehören schon in wenigen Jahren zum Alltag im Straßenverkehr zudem ist auch ein Abschied des Schienenverkehrs aus dünn besiedelten Regionen zu erwarten. Durch eine flächendeckende Anwendung intelligenter Technologien könnten neue Akteure optimale Reiseketten zusammenstellen und die traditionellen Verkehrsunternehmen dazu zwingen, ihr Geschäftsmodell zu verändern. Zukünftige Mobilitätskonzepte müssen deshalb zwingend individuelle, alltägliche Präferenzen und Komfortbedürfnisse der Nutzer erfüllen und die Barrierefreiheit des Zugangs zu den Verkehrsträgern sicherstellen.“

Hier die kostenlose Basisversion testen:
www.anreise.com

Buero_raumobil

Ideenschmiede:
Büro der raumobil GmbH

Copenhagenize
yourself

Kopenhagen als Vorbild urbaner Zukunftsgestaltung

Wer in die Pedale tritt, tut etwas für seine Gesundheit und entlastet sowohl die Umwelt als auch das Verkehrsaufkommen in den Städten. Dennoch – der Herrscher der Straßen ist nach wie vor das Auto.

Die Städteplanung in den 1950er bis 1970er Jahren zelebrierte die neu gewonnene Freiheit und Unabhängigkeit, die das Auto den Menschen bescherte und passte entsprechend das Verkehrsnetz an die Bedürfnisse der Autofahrer an. Heute sind die großen Metropolen übersättigt, man hängt oft stundenlang in der Rush-Hour fest und verliert wertvolle Zeit im Stau. Es findet zunehmend ein Umdenken statt, das in Kopenhagen bereits seit einigen Jahren vorbildhaft vorangetrieben wird.

In der dänischen Hauptstadt hat das Fahrrad das Auto als Transportmittel Nummer 1 längst überholt. Hier pendeln 50  % aller BürgerInnen täglich mit dem Rad. Das rund 400 km lange Radwegnetz wird auf den meist befahrenen Strecken am Tag von etwa 40.000 Radfahrern genutzt. (denmark.dk)

Copenhagenize Index

Die Copenhagenize Design Company ermittelt mit diesem Index anhand von 13 Kriterien, darunter Fahrrad-Infrastruktur, Fahrrad-Kultur, Stadtplanung und Politik, die radfreundlichsten Großstädte der Welt. Das Ranking wird alle zwei Jahre durchgeführt. In der aktuellen Liste (Stand: 2015) liegt Kopenhagen vorne. Auch wenn mit Berlin und Hamburg zwei deutsche Großstädte unter den Top 20 sind, zeigt die Bestenliste, dass das Erfinderland des Fahrrads zwar auf einem guten Weg ist, es hier aber noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten gilt.

Mannheim in Bewegung

Nicht erst seit dem Fahrradjubiläum hat man in der Quadratestadt erkannt, dass die Förderung des Radverkehrs eine wichtige Investition in die Stadtentwicklung ist. Bereits 2009 wurde ein 21-Punkte-Programm definiert, das mit Maßnahmen von der Einrichtung von Fahrradabstellanlagen bis hin zu großflächig angelegten Straßenbauprojekten die vollwertige Integration der Radfahrer in den Stadtverkehr anstrebt. Damit soll der Anteil des Radverkehrs von 15 % im Jahr 2008 auf 25 % im Jahr 2020 gesteigert werden.
Quelle: mannheim.de

Kopenhagen möchte bis 2025 CO2-neutrale Umwelthauptstadt werden und ist bereits heute mit seiner Strategie im Vergleich zu anderen europäischen Städten auf der Überholspur. Die Fahrradkultur ist für die Dänen ein wichtiger Teil der Stadtentwicklung und wird von der ganzen Gesellschaft gelebt. Viele Familien mit Kindern besitzen kein Auto, fahren stattdessen mit dem Fahrrad zur Arbeit, die Kleinen werden mit dem Lastenrad in den Kindergarten gebracht. Selbst ein Großteil der Spitzenpolitiker greift lieber auf das Velo zurück. So fahren 63 % der Abgeordneten mit dem Rad ins Parlament, das sich im Schloss Christiansborg mitten in Kopenhagen befindet. (denmark.dk)

Um den BürgerInnen den Umstieg auf das Fahrrad zu erleichtern, investiert Kopenhagen in die Rad-Infrastruktur. So sind beispielsweise die Fahrradampeln auf die Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h eingestellt. Grüne Lämpchen entlang des Fahrradwegs zeigen an, wie lange die Grünphase noch andauert und ob man vielleicht ein wenig schneller radeln muss, um die grüne Welle zu surfen. An manchen Stellen sind selbst die Mülleimer den Bedürfnissen der Radfahrer angepasst – sie hängen schräg in ihren Halterungen und erleichtern das Müll-Entsorgen im Vorbeifahren.

Stolz ist Kopenhagen auch auf eine 235 m lange, 4 m breite Fahrradbrücke, die sich am Hafen über Fluß und Straße schlängelt und schnell auf den passenden Namen „Fahrradschlange“ getauft wurde. Bis zu ihrer Eröffnung im Jahr 2014 galt es für rund 5.000 Personen täglich, den Höhenunterschied per Treppe mit dem Fahrrad auf der Schulter zu überwinden. Mit Eröffnung der Überführung konnte der Radfahreranteil auf dieser Strecke mehr als verdoppelt werden.

Auch für die Pendler aus dem Umland ist gesorgt: Mit einer Art „Rad-Autobahnnetz“ sind die Vororte mit dem Stadtgebiet verbunden. Wenige Kreuzungen, besonderer Fahrbahnbelag und Aufpumpstationen für die Fahrradreifen am Straßenrand erleichtern damit auch die Anreise aus den umliegenden Gemeinden.

Schon heute ist Kopenhagen berühmt für seine Fahrrad-Kultur und hat bereits bewiesen, dass das zunächst ambitioniert erscheinende Ziel, bis zum Jahr 2025 klimaneutral zu sein heute gar nicht mehr so utopisch scheint. Denn so viel ist sicher: Der Klimawandel wird Veränderungen für uns alle nach sich ziehen. Kopenhagen ist bereit und kann mit seiner Strategie nur Vorbild für andere Metropolen sein.

copenhagenize

News & Events

AnimagiC 2017
im Rosengarten
Mannheim
 

Die AnimagiC, eines der größten jährlichen Festivals der japanischen Popkultur in Deutschland, findet vom 4. – 6. August 2017 erstmals im Rosengarten Mannheim statt. Die dreitägige Convention heißt Fans aus Deutschland und aus ganz Europa willkommen, von denen viele in den liebevoll gestalteten Cosplay-Kostümen ihrer Helden aus Anime (japanischer Zeichentrickfilm), Manga (japanische Comics) und Videospielen anreisen.

Seit 1999 bietet die AnimagiC Fans der japanischen Popkultur einen jährlichen Treffpunkt und ein umfangreiches Show- und Unterhaltungsprogramm. 2006 bis 2016 beherbergte die Bonner Beethovenhalle jeden Sommer die Veranstaltung und ihre rund 15.000 Besucher. Mit dem Umzug in den Rosengarten findet die AnimagiC nun im Herzen Mannheims ihr neues zu Hause und bietet den vielen tausend Besuchern eine hervorragende städtische Infrastruktur sowie mit dem Rosengarten selbst topmodernen Räumlichkeiten
für ein noch größeres Programmangebot.

Das Programm der AnimagiC umfasst spannende Podiumsdiskussionen und Signierstunden mit hochkarätigen japanischen Ehrengästen, mitreißende Liveauftritte japanischer Music-Acts und engagierter Fan-Showgruppen, das premierenreiche Animotion-Filmfestival, einen hauseigenen Cosplay-Kostümwettbewerb und die Verleihung der begehrten AnimaniA-Awards während der Eröffnungsfeier. Zum breitgefächerten Rahmenprogramm zählen außerdem unter anderem ein Themen-Café nach japanischem Vorbild, mannigfaltige Workshops, eine Manga-Zeichenschule, Videospielstationen sowie zahlreiche Händler und branchenrelevante Aussteller, die den Besuchern ihre aktuellen Produkte und die neuesten Hits aus Fernost präsentieren.

Zu den japanischen Ehrengästen der AnimagiC 2017 zählen bislang die Regisseure Tensai Okamura (u. a. The Seven Deadly Sins), Hiromichi Kanazawa (u. a. K-Project) und Kazuchika Kise (u. a. Ghost in the Shell – ARISE), der Produzent Haruki Hayashi (u. a. K-Project), der Science-Fiction-Starautor Tow Ubukata (u. a. Ghost in the Shell – ARISE) sowie das japanische Rock-Duo ZWEI und die Sängerin Konomi Suzuki.

Gitarrenwelt trifft sich in Mannheim

Darauf hat die Gitarrenwelt gewartet – ein riesiges Event, das sich ausschließlich Gitarren, Bässen und deren Zubehör widmet! Das Musiker-Fachmagazin „Gitarre & Bass“ veranstaltet mit der Unterstützung der Mannheimer Gründerzentren GmbH und der m:con – mannheim:congress GmbH vom 8. – 10. September 2017 den ersten Mannheimer Guitar Summit im Congress Center Rosengarten.

Neben den Ausstellungsräumen für E-Gitarren und Verstärker wird es einen separaten Bereich für Akustik-Gitarren geben. Ein weiterer Bereich ist für die Gitarrenbauer der European Guitar Builders reserviert. Die Gitarre & Bass Pedal Show lockt zudem alle, die sich für Effektgeräte interessieren. Auch das Thema Vintage-Gitarren wird beim Guitar Summit mit einer separaten Ausstellung bedacht. Die BesucherInnen können sich über alle Neuheiten informieren, mit Ausstellern, Herstellern und Künstlern fachsimpeln und sich Konzerte und Workshops auf verschiedensten Bühnen anschauen.

Begleitet wird der Guitar Summit von einem umfangreichen Rahmenprogramm auf der Veranstaltung selbst und auch in den Clubs der Stadt.

Gesundheitsplattform
Rhein-Neckar e.V. gegründet

Netzwerk zur Förderung des regionalen Gesundheitswesens

Am 06. März 2017 wurde im Congress Center Rosengarten von hochkarätigen VertreterInnen der Gesundheitsbranche der Verein Gesundheitsplattform Rhein-Neckar e.V. gegründet. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Prof. Dr. Eberhard Wille (stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen), Irmtraut Gürkan (Kaufmännische Direktorin Universitätsklinikum Heidelberg), Andreas Vogt (Techniker Krankenkasse, Leiter der Landesvertretung BW) sowie Verena Eisenlohr (Rittershaus Rechtsanwälte Partnergesellschaft mbB).

Gemeinsam mit weiteren engagierten Gestaltern soll zukünftig das regionale Gesundheitswesen gefördert und weiter verbessert werden. So konnten unter anderem die avendi Senioren Service GmbH, die IKK Südwest, die Inter Krankenversicherung AG, die InterComponentWare AG, die m:con – mannheim:congress GmbH, die Roche Diagnostics Deutschland GmbH, die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse, die VAMED Health Projects GmbH sowie weitere persönliche Mitglieder gewonnen werden.
Die Region Rhein-Neckar ist wirtschaftlich, kulturell und bevölkerungsbezogen ein wachsender Raum mit rund 2,5 Millionen Einwohnern. Mit einer immer älter werdenden Bevölkerung steht auch die Gesundheitsversorgung der Menschen in dieser Metropolregion vor großen Herausforderungen. Es gibt eine Vielzahl von Initiativen und Projekten, die sich diesem Thema widmen. Bisher fehlt allerdings eine Plattform, auf der sich die Akteure darstellen und vernetzen können.

Das gemeinsame Ziel im Verein Gesundheitsplattform Rhein-Neckar e.V. wird es deshalb sein, das Gesundheitswesen in der Region aktiv zu gestalten und voranzubringen, sowie neue Verbindungen zwischen den Akteuren zu schaffen und deren Interessen zu bündeln.

Angelehnt an die unterstützend wirkende Organisation Gesundheitsstadt Berlin e.V. soll der neue Verein die Metropolregion Rhein-Neckar als bedeutenden Medizin-Standort in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Forschung sowie Fortbildungsveranstaltungen stärken.

Gesundheitsplattform_Gruendung

v.l.n.r.: Monika Fenzau, Rüdiger Burkard (SBK Siemens-Betriebskrankenkasse), Dr. Markus Wintterle, Verena Eisenlohr (Rittershaus Rechtsanwälte Partnergesellschaft mbB), Matthias Glück (InterComponentWare AG), Andreas Fischer (VAMED Health Projects GmbH), Prof. Eberhard Wille, Patrick Weiss (avendi Senioren Service GmbH), Andreas Vogt (Techniker Krankenkasse), Dr. Lutz Hager (IKK Südwest), Ruedi Stoffel (Roche Diagnostics Deutschland GmbH), Rolf G. Rossbach, Karl-Heinz Seiffert (Inter Krankenversicherung AG), Prof. Dr. Manfred Erbsland, Johann W. Wagner (m:con – mannheim:congress GmbH), Stefan Ruhl

Salon Diplomatique et Économique

Auf Einladung des Diplomatic Council (DC) und des französischen Honorarkonsuls in Mannheim, Folker R. Zöller, in Kooperation mit der m:con – mannheim:congress GmbH und weiterer Partner werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Salon Diplomatique et Économique“ in unregelmäßigen Abständen Diplomatie und Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar zusammengebracht. Ziel ist es, diese Bereiche enger zu vernetzten, um einen Teil zur Entwicklung der Region beizutragen und auch grenzüberschreitende Netzwerke zu stärken. Auf Initiative des französischen Honorarkonsuls in Mannheim war bereits der Botschafter der französischen Republik als Ehrengast vor Ort. Auch die Botschafter Malaysias, Italiens, Israels und Paraguays waren unter anderem schon Gäste des Salons. Zuletzt konnte erstmals der Vietnamesische Botschafter, S.E. Doan Xuan Hung, in Mannheim begrüßt werden. Er zeigte sich begeistert von der Gastfreundschaft mit der er in der Quadratestadt empfangen wurde.

Die Reihe wird auch zukünftig fortgesetzt. So hat sich bereits der tschechische Generalkonsul angekündigt und auch die Botschafter von Malta und Montenegro werden erwartet.

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Der französische Honorarkonsul in Mannheim, Folker R. Zöller, begrüßt zum Salon Diplomatique et Économique im Rosengarten

In der Garderobe mit
Michelle

Über zwei Millionen verkaufte Solo-Alben, unzählige goldene Schallplatten plus diverse Auszeichnungen wie der ECHO, der Amadeus Austrian Award oder die Goldene Stimmgabel – schon seit Veröffentlichung ihres 1993er Debütalbums „Erste Sehnsucht“ hat Michelle den deutschen Schlager geprägt und zählt seit über 25 Jahren zu den erfolgreichsten Sängerinnen innerhalb des deutschsprachigen Popschlagers. Mit „Ich würd‘ es wieder tun“ veröffentlichte sie nun das erste Studioalbum seit ihrem 2012 erschienenen Longplayer „L‘amour“! Am 3. März machte sie auf ihrer Tour durch die Schweiz, Österreich und Deutschland Station im Mannheimer Rosengarten. Die WEITBLICK-Redaktion durfte sie vor ihrem Auftritt zum Interview treffen.

Sie stehen seit über 25 Jahren auf der Bühne und damit in der Öffentlichkeit. Was hat sich in dieser Zeit für Sie verändert?

Ja, seit 26 Jahren stehe ich auf der Bühne. Wenn ich so zurückdenke, ist es glaube ich einfach so, dass man auch reift in dieser Zeit. Ich habe mit 17 Jahren angefangen. Damals habe ich „Erste Sehnsucht, Tränen auf rosa Briefpapier“ gesungen – wenn ich das heute singe, nimmt mir das keiner mehr ab [lacht]. Das verändert sich schon und man muss ja auch so ein bisschen mit der Zeit gehen. Und ich denke, heute ist es so, dass man gereift ist und da müssen natürlich auch die Musik und die Texte mitgehen.

Ihr aktuelles Album heißt „Ich würd‘ es wieder tun“ und startet mit dem Song „Wir feiern das Leben“ – welche Bedeutung hat das Album für Sie persönlich?

„Ich würd‘ es wieder tun“ ist eben die Aussage, die auch für dieses Album steht und das beschreibt einfach auch diesen Reifeprozess, dass man sagt, dass man im Leben nichts bereut. Egal ob es etwas Positives oder etwas Negatives ist – man soll und muss einfach den Weg so gehen wie er ist – mit allen Höhen und Tiefen und dem Bewusstsein, dass es eben so kommt wie es kommt. Man nimmt die guten und auch die schlechten Dinge an und macht das Beste daraus. Es heißt auch, dass man über den Tellerrand schaut und die guten Seiten sieht, dass man zu sich selbst steht und aufrecht durchs Leben gehen kann.

Wie entscheiden Sie, welche Songs es auf ein Album schaffen?

Wir hatten hunderte Songs zur Auswahl – bis wir uns dann im Endeffekt für diese 20 entschieden haben. Das war ein langer Prozess. Wir haben das Album ja auch einige Zeit wachsen lassen, bis wir es rausgebracht haben. Gerade mit so einer Aussage „Ich würd‘ es wieder tun“ müssen da auch Songs drauf, die einfach für das Leben sprechen. Zum Beispiel „Wir feiern das Leben“, „Tage wie Juwelen“ oder „Steh dazu“ sind alles Songs, die perfekt zu diesen Themen passen.

Mannheim ist Musik- und Kreativstadt. Wie bewerten Sie als Musikerin Einrichtungen wie zum Beispiel die Popakademie Baden-Württemberg, an der man Studiengänge wie Musikbusiness oder Popmusikdesign belegen kann?

Ganz ehrlich? Ich glaube einfach, dass Talent ausschlaggebend ist. Ich kann noch nicht mal Noten lesen und ich glaube, ich wäre zu Grunde gegangen in so einer Popakademie [lacht]. Natürlich, wenn jemand Talent hat und er geht auf eine solche Schule und lässt sich fördern, dann ist das sicher gut. Aber wenn jemand null Talent hat, dann geht er auch da mit null Talent raus. Man muss schon so ein gewisses Ding haben, das man mitbringt, um nachher auch was daraus zu machen.

Sie sitzen in der Jury von Deutschland sucht den Superstar. Was muss ein Kandidat mitbringen, damit er sich Ihre Stimme verdient?

Ein Kandidat muss Talent mitbringen und anders sein. Er muss einfach auch Ecken und Kanten haben. Also mir ist wichtig, dass er auffällig ist und irgendetwas hat, das andere vielleicht nicht haben. Ob das jetzt in der Stimme ist oder dass er vom Typ her so außergewöhnlich ist, dass es gar nicht so wichtig ist wie er singt, weil er so etwas darstellt, dass er hundertprozentig alle Mauern einreißt. Das gibt’s auch. Das ist einfach die Kombination, die wir suchen und solche Leute haben wir auf jeden Fall auch wieder dabei.

Welchen Tipp geben Sie jungen KünstlerInnen mit auf den Weg?

Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Aber sich trotzdem nicht verändern lassen. Man sollte im Leben nie etwas tun was man nicht will – und das gilt nicht nur für Künstler, sondern grundsätzlich. Man sollte immer hinter sich selbst und seinen Entscheidungen stehen und sich nicht so sehr von anderen leiten lassen.

Für welchen Musiker setzen Sie sich selbst ins Publikum?

Für keinen. Ich war noch nie in meinem Leben auf einem Konzert. Ich bin privat überhaupt kein Konzert-Gänger, weil ich solche Menschenmassen gar nicht mag. Ich war auch noch nie in einem Fußballstadion. Ich bin jetzt auch nicht die Größte und wenn ich dann zwischen 20.000 Menschen stehe und alle sind so viel größer als ich, da ertrinke ich ja. Wenn ich ganz allein im Publikum stehen könnte, dann würde ich zu Philipp Poisel gehen, den höre ich total gerne.

Haben Sie Lampenfieber bevor es auf die Bühne geht?

Ja natürlich. Ganz schreckliches Lampenfieber. Aber das muss ja auch sein. Wenn das weg ist, dann sollte man aufhören. Das ist auch der Respekt, den man vor dem Publikum hat. Man möchte die Leute natürlich nicht enttäuschen und hofft auch, dass keine Pannen passieren während des Auftritts. Und das ist die Aufregung, die einfach immer da ist und das ist auch gut so.

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Das m:con Magazin für
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Maria Schumann

Druck
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Verantwortlich
Johann W. Wagner (m:con)

Ausgabe 01 | 2017
Alle Rechte vorbehalten.

HIER ZWITSCHERT DAS TEAM

Twitter-Interview mit Jürgen Heitz,
Disposition bei m:con

@mconMannheim

Seit wann arbeiten Sie bei der m:con?

Seit 01. November 1985 – also mittlerweile seit über 30 Jahren.

@mconMannheim

Wie kommen Sie morgens zur Arbeit?

Zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter immer
mit dem Fahrrad.

@mconMannheim

Warum fahren Sie lieber Fahrrad als Auto?

Ich fahre grundsätzlich alle Kurzstrecken mit dem Fahrrad.
Es ist umweltschonend, ich tue etwas für meine Gesundheit und spare Geld.

@mconMannheim

Was zeichnet Ihren Job aus?

Ich habe es immer wieder mit neuen Menschen zu tun und durch die verschiedenen Kundenanforderungen eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit.

@mconMannheim

Unsere Stärke als Agentur ist …

… die Fachkompetenz motivierter und gut ausgebildeter
Mitarbeiter, die dem Kunden ein Fullservice-Angebot bieten.

@mconMannheim

Was ist die beste Motivation?

Zufriedene Kunden, die (hoffentlich) immer gerne
wiederkommen.

@mconMannheim

Ich arbeite gerne bei der m:con, weil …

… es jeden Tag neue Herausforderungen gibt und ich nette und liebenswerte Kollegen/Innen hier habe.

@mconMannheim

Wie erholen Sie sich nach einem langen Arbeitstag?

Natürlich mit Radfahren. Aber auch ein Besuch im Sportstudio, ein gutes Buch lesen oder Kochen entspannen mich.