Der Leser entscheidet über
die Glaubwürdigkeit

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Naturwissenschaft und Forschung spielen eine wachsende Rolle im gesellschaftlichen Leben. Genveränderte Lebensmittel, Genome Editing, Klimawandel und Artensterben beschäftigen uns. Doch die Themen sind komplex, einfache Antworten oft nicht möglich. Damit der Bürger sich ein Bild machen und mitentscheiden kann, benötigt er Informationen, und zwar sachlich richtige und verständlich aufbereitete Informationen. Das ist klassisch die Aufgabe von Journalisten und Redakteuren, zunehmend greifen aber auch Forscher selbst – meist unterstützt von Öffentlichkeitsarbeitern – sowie Blogger und Science-Slammer in die Meinungsbildung ein.

Das Internet hat ohne Frage die Informationsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit enorm erweitert. Das ist zunächst einmal vorteilhaft, weil uns mehr Wege offen stehen, Ansichten und Beurteilungen einzuholen. Aber auch Wissenschaftler, Organisationen und Unternehmen selbst verbreiten – unter Umgehen einer kritischen Redaktion – ihre Meldungen in sozialen Netzwerken. Und die nehmen an Bedeutung zu. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2014 suchen 39 Prozent aller befragten Redakteure auf Facebook nach News. Hier finden sich aber Informationen ohne unabhängiges Korrektiv. Man bedenke: In der Wissenschaftsberichterstattung geht es nicht immer und ausschließlich um das Verbreiten und Erklären „objektiver Erkenntnisse“. Selbst honorige Wissenschaftler versuchen mitunter, eigene Interessen durchzusetzen. Letztendlich muss der Leser entscheiden, welche Quelle er für seriös und glaubwürdig hält.

Die neuen Medien setzen zudem der klassischen Zeitung seit Jahren zu. Die Auflagenzahlen und Anzeigeneinnahmen sinken. Die notwendigen Sparmaßnahmen gehen natürlich auch zu Lasten der Inhalte: Redakteure müssen gehen, der Etat für freie Mitarbeiter schrumpft. Ursprünglich unabhängige Zeitungen werden von einem Verlag übernommen mit der Folge, dass manche Teile, wie auch die Wissenschaftsseiten, von einer Zentralredaktion erstellt werden. So geht Vielfalt verloren. 

Trotz dieser Einschränkungen ist nach meinem Eindruck die Wissenschaftsberichterstattung in den letzten zehn bis zwanzig Jahren nicht schlechter, sondern eher besser geworden. Die Chefredakteure von Tages- und Wochenzeitungen haben aus Umfragen gelernt, dass sich mehr Leser als gedacht für Forschung und Wissenschaft interessieren. Als Folge davon präsentieren sich viele Blätter vermehrt mit doppelseitigen Beiträgen, in denen ein Thema tiefgreifend erklärt werden kann. Das wäre letztlich eine erfreuliche Erkenntnis: Qualitätsjournalismus hat einen hohen Stellenwert und wird von den Lesern nach wie vor geschätzt.

Dr. Thomas Bührke
Freier Wissenschaftsjournalist, Buchautor und Redakteur der Zeitschrift Physik in unserer Zeit. In seinem aktuellen Buch „Einsteins Jahrhundertwerk“ stellt er die wesentlichen Aspekte der Einstein‘schen Theorien dar und zeigt die Entwicklung bis zum gegenwärtigen Stand der Erkenntnisse.

www.buehrke.com

Wissen ist unsere wichtigste Ressource.

Deshalb hat Bildung und deren Vermittlung in der modernen Gesellschaft einen sehr großen Stellenwert und wird immer wieder kontrovers diskutiert.

In der aktuellen Ausgabe unseres Kundenmagazins beschäftigen wir uns deshalb mit dem Thema „Wissensvermittlung“, das natürlich auch in der Kongressbranche eine zentrale Rolle spielt. Ob es Tagungen, Workshops oder Fortbildungen sind – die Weitergabe von Wissen steht im Mittelpunkt. Gemeinsam mit interessanten Gesprächspartnern erörtern wir in dieser WEITBLICK-Ausgabe unter anderem die Fragestellungen, wie es uns gelingen kann, effizienter zu lernen und den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Laien herzustellen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

Marion Treu, Unternehmenskommunikation

Science Slam –
Bühne frei für die Wissenschaft

Geballte Wissenschaft in 10 Minuten, verpackt in spannenden und anschaulichen Vorträgen: Das gibt es beim Science Slam. Junge Wissenschaftler verlassen ihre Labore und Büros und präsentieren ihre eigenen Forschungsprojekte auf den Bühnen von Clubs, Theatern und Kneipen. Dabei sind alle Hilfsmittel erlaubt: PowerPoint-Präsentationen, Requisiten oder Live-Experimente.

www.scienceslam.de

Die kurzweiligen Vorträge bieten fachfremden Zuhörern die Möglichkeit, sich von der Begeisterung der jungen Wissenschaftler für ihr Projekt anstecken zu lassen. Auch wenn die Forschung hier im Mittelpunkt steht, spielt das Vorstellen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, sein Thema unterhaltsam aufzubereiten und zu zeigen, welchen Forschungsprojekten sich junge Wissenschaftler in ihren Labors und Bibliotheken widmen. Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Themen Kopf und Herz der Zuschauer zu erreichen. Denn nach jedem Vortrag bildet das Publikum die Jury, vergibt Punkte und bestimmt so den Sieger des Abends. Die Zuschauer erleben aktuelle Wissenschaft als unterhaltsame Bühnenshow und kommen während der kurzen Abstimmungszeit in ungezwungener Atmosphäre mit ihren Sitznachbarn ins Gespräch.

Science Slammer

Eine der prominentesten Science Slammer ist Medizinstudentin Giulia Enders. Mit ihrem Slam über ihre Forschungen zum Darm gewann sie 2012 Wettkämpfe in Berlin, Karlsruhe und Freiburg. Ein Video ihres Vortrags wurde zum viralen Interneterfolg. Daraufhin erhielt die heute 26-Jährige das Angebot, ein Buch über ihr The-ma zu schreiben. „Darm mit Charme“ erreichte im März 2014 Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Es gehört mit über einer Million Exemplaren zu den meistverkauften deutschen Sachbüchern.

    Interdisziplinäres Format

    Es ist nicht nur Enders Erfolgsgeschichte, die viele Wissenschaftler auf die Bühne lockt. Auf einem Slam ist es auch für die Nachwuchsforscher möglich, einen Blick über den eigenen wissenschaftlichen Tellerrand zu werfen. Literaturwissenschaftler treten gegen Physiker, Mediziner gegen Theologen an – und lernen voneinander. Nach den Veranstaltungen sitzen die Kandidaten oft zusammen und unterhalten sich über die Themen des Abends. Auch gemeinsame Forschungsprojekte haben schon ihren Anfang bei einem Science Slam genommen. Durch das Format ist ein loses interdisziplinäres Netzwerk entstanden.

      Die Entstehung der Science Slams

      Der Name der Veranstaltung leitet sich von den bekannteren Poetry Slams ab, bei denen junge Literaten ihre eigenen Texte lesen und sich anschließend dem Urteil der Publikumsjury stellen. Und so, wie die Poetry Slammer ihre eigenen Texte lesen, präsentieren die Science Slammer ihre eigenen Forschungsprojekte, die sie im Rahmen wissenschaftlicher Tätigkeit an Universitäten, Fachhochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen bearbeiten.

      Seit zehn Jahren gibt es bereits Science Slams auf deutschen Bühnen. Das Format wurde hierzulande erfunden und entwickelt. Die ersten Vortragswettbewerbe fanden 2006 in Darmstadt und 2008 in Braunschweig statt. Mittlerweile gibt es Slams in praktisch allen deutschen Universitätsstädten. Auch international ist der Science Slam auf dem Vormarsch: Seit 2010 finden jährlich nationale, seit 2014 europäische Meisterschaften statt.

        Wissenschaft als Leidenschaft

        Der Erfolg der Veranstaltung liegt an den Slammern selbst: Forscher, die ihre Themen auf der Bühne präsentieren möchten, brennen für ihre Arbeit. Und sie haben sich darüber Gedanken gemacht, wie sie fachfremde Menschen an ihrer Leidenschaft teilhaben lassen können. Die Interaktion mit dem Club-Publikum ist direkt und unmittelbar: Viele der jungen Forscher auf der Bühne haben sich schon beim Versuch, Familie und Freunden ihr Forschungsthema zu erklären, geeignete Geschichten und Metaphern überlegt, mit denen sie ihre Fragestellungen und Projekte anschaulich erklären können. Beim Science Slam bekommen sie die Gelegenheit, diese Themen mehreren hundert Leuten auf einmal zu präsentieren und das Publikum mit ihrer Begeisterung anzustecken.

          Crowdfunding für die Forschung

          Eine Science Slammerin, die das mit ihrem Slam geschafft hat, ist die Feldforscherin und Zoologin Lydia Möcklinghoff. Sie beobachtet Ameisenbären im brasilianischen Pantanal – und ist momentan die einzige Zoologin in Deutschland, die sich der Erforschung dieser Tiere widmet. Doch das tut sie mit umso größerer Leidenschaft. Die Fördergelder für ihre Forschung akquiriert sie selbst. Ein Science Slam in Köln gab ihr die Gelegenheit, ihre Arbeit in Südamerika einem größeren Publikum bekannt zu machen. Für ihre Crowdfunding-Kampagne, die ihre nächste Expedition finanzieren sollte, nutzte sie ein Video ihres Slams und konnte so ihre Pläne verwirklichen.

            Science Slams auf Messen, Tagungen oder Kongressen

            Neben öffentlichen Science Slams hat sich das Format auch als beliebtes Rahmenprogramm für Messen, Tagungen, Kongresse oder interne Unternehmensveranstaltungen etabliert. Denn die Verbindung aus Wissenschaft und Unterhaltung, die ein Science Slam bietet, lockert das Programm auf und erlaubt Einblicke ins aktuelle Forschungsgeschehen. Auf diesen Slams präsentieren bereits erfahrene Science Slammer ihre Projekte. Ihre Vorträge sind prägnant, unterhaltsam und informativ. Damit bilden sie ein interaktives und anregendes Element an einem langen Kongresstag. Durch den Austausch über die Themen lernen sich die Veranstaltungsteilnehmer besser kennen.

              Socializing Event

              Ein Science Slam ist also gleichzeitig ein Socializing Event und dadurch der ideale Start in eine Netzwerkveranstaltung. Und ganz nebenbei lernen Besucher eines Science Slams nicht nur, was Forscher in verschiedenen Fachbereichen gerade bewegt – sie erhalten auch einen Einblick in die kreativen und vielseitigen Möglichkeiten, wie man ein wissenschaftliches Thema für eine Präsentation aufbereiten kann.

                Die Veranstalterin

                Dr. Julia Offe betreibt die Plattform www.scienceslam.de. Die Molekularbiologin und Wissenschaftskommunikatorin gehört zu den ersten Veranstalterinnen von Science Slams und hat das Format maßgeblich mitentwickelt und geprägt. Für dieses Engagement wurde sie von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ als eine der „100 Frauen von morgen“ ausgezeichnet. Durch ihre langjährige Forschungstätigkeit an Max-Planck-Instituten und anderen Forschungseinrichtungen kennt sie den Forscheralltag und weiß um die Herausforderungen, komplexe Themen allgemeinverständlich darzustellen.

                Sie veranstaltet seit 2009 offene Science Slams in Hamburg, Köln, Berlin und weiteren Städten und organisiert Science Slams und Workshops zum Thema Wissenschaftskommunikation für verschiedene Auftraggeber aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie.

                  Wer das Weltall erkunden will, kann nicht mit der Pferdekutsche losziehen

                  In Ihrem Buch „Gut aufgestellt für die zweite Halbzeit“ gehen Sie mit Humor an ein für viele beängstigendes Thema heran, das Älterwerden. Warum denken Sie, ist es wichtig, sich auf unkonventionelle Art mit schwierigen Themen zu beschäftigen?

                  Älterwerden ist kein Schicksal, in das wir uns depressiv zu fügen hätten. Altern ist vor allem eine Gestaltungsaufgabe: Viele Menschen haben sich bewusst oder unbewusst für ihr Alter sehr gut aufgestellt. Ihr siebtes und achtes Lebensjahrzehnt erleben sie dann als einen besonders schönen Lebensabschnitt. Die Lebenszufriedenheit von Senioren ist viel höher, als junge Menschen vermuten.

                  Deshalb ist es nicht so, dass ich älteren Menschen „Humor beibringe“. Im Gegenteil, ich lerne von ihnen. Ich lerne, wie das Leben lange lebenswert bleiben kann und was mich als 47-Jährigen noch alles Schönes erwartet. Dies zu entdecken hat mich selber zu einem humorvolleren und optimistischeren Menschen gemacht.

                  Science Slams, interaktive Workshops, E-Learning – die Wege der Wissensvermittlung haben sich im Vergleich zu früher extrem verändert. Kaum ein Seminar ist noch aufgebaut wie eine klassische Schulstunde. Wie nehmen Sie diese Entwicklung in Ihren eigenen Coachings wahr?

                  Meine ersten didaktischen Erfahrungen habe ich als Religionslehrer in der Grundschule gemacht. Die Kinder ließen mich damals spüren, an welchen Stellen die von mir angelegten Lernwege holprig waren. Ihre Reaktionen haben mir gezeigt, worauf ich bei der Kommunikation achten muss. Heute muss ich grinsen, wenn ich lese, dass Spitzenmanager für viel Geld zum Pferdetraining geschickt werden, um genau diese elementaren didaktischen Erfahrungen zu machen. Gekonnte Didaktik lebt von überzeugender Präsenz und schlüssig angelegten Lernwegen. Das lässt sich nicht durch Technik, coole Formate oder massiven Materialeinsatz ersetzen. Gute Didaktik ist interaktiv. Der klassische Frontalunterricht, der von oben herab belehren will, hat ausgedient.

                  Bei Vince Ebert, Gulia Enders und Eckard von Hirschhausen befinden Sie sich mit Ihrem humorvollen Nachschlagewerk in guter Gesellschaft. Warum kommen solche Ratgeber so gut an?

                  Die von Ihnen genannten Autoren verfassen ja eigentlich weniger Nach-, sondern eher Vorschlagwerke: Also Bücher, die gute Vorschläge machen! Von einem Reiseführer erwarte ich, dass er mir Lust auf das beschrie-
                  bene Land macht. Und ein Ratgeber? Der sollte Lust drauf machen, mit mir selber etwas Neues zu erleben! Ich nehme dabei die Bücher besonders ernst, in denen die Autoren mich spüren lassen, dass ihre Ideen sie selbst zu glücklichen Menschen gemacht haben. Humor ist oft ein Ausdruck der Fähigkeit, unvoreingenommen zu denken.

                  Warum steigt der Bedarf für alternative Formen der Wissensvermittlung?

                  Die ursprüngliche Idee von „Bildung“ nimmt den biblischen Gedanken ernst, dass der Mensch als „Ebenbild Gottes“ geschaffen wurde. Übersetzt ins weltliche Denken heißt das: Bildung zielt darauf ab, dass wir das enorme Potential, das in uns steckt, auch wirklich entfalten. Gelungene Wissensvermittlung lässt uns immer wieder neu entdecken, dass wir mit uns selbst und der Wirklichkeit noch nicht fertig sind. Sie ist permanente Horizonterweiterung. Doch wer das Weltall erkunden will, kann nicht mit der Pferdekutsche losziehen. Ergebnisoffenes Denken muss immer auch offen sein für neue Methoden. Denken darf Spaß machen! Und wer sich berufen fühlt, Wissen zu vermitteln, der wird nie aufhören, nach neuen Wegen suchen, wie das Denken dann auch wirklich Spaß macht.

                  Humor erzeugt Aufmerksamkeit. Warum blieb er in der Vergangenheit so lange ein unentdecktes Lern- und Lehrwerkzeug?

                  Könnte es sein, dass die Lehrenden lange Zeit den Belehrten das Lachen verboten haben? Schließlich kann Humor Hierarchien erschüttern. Humor lässt Autoritäten manchmal ganz schön alt aussehen. Humor rechnet mit Doppeldeutigkeiten und mit der Fehlbarkeit des Menschen. Das dürfte dem klassischen Schulmeister und anderen chronischen Rechthabern nicht gefallen haben. Es ist doch auffällig, dass auch in den großen Religionen wenig gelacht wird. Schade! Wenn man einen gütigen und lebensbejahenden Gott ernst nimmt, dann müssten die Gläubigen doch eigentlich besonders humorvoll sein. Genauso die wahren Weisen: Sie wissen, dass ihr Wissen ein wertvoller Schatz, zugleich aber auch vorläufig und fehlbar ist. Das beste Beispiel für so einen wahren Weisen ist Sokrates. Sein liebstes Lehrwerkzeug war die Ironie. Damit hat er das Denken neu in Bewegung gebracht und die denkfaulen Autoritäten ganz schön gepiesackt.

                  Wie funktioniert Unterhaltung mit Themen, die eigentlich im weitesten Sinne wissenschaftlich sind?

                  Denken kann ein Abenteuer sein: Du lässt dich von neuen Gedanken herauslocken aus dem Reich deiner bisherigen Gewohnheiten und Wahrheiten. Uns für solche Abenteuerreisen zu begeistern, ist der tiefere Sinn aller Wissenschaft. Zugleich hat sich die Wissenschaft in unendliches Spezial- und Expertenfachwissen differenziert. Deshalb brauchen wir Wissenschaftler, die sich nicht zu fein sind, sich mit populärwissenschaftlichen Angeboten auf die Bühne zu wagen. Wer zutiefst davon überzeugt ist, dass das, was er erforscht, wirklich spannend ist, kann oft auch packend und interessant davon berichten.

                  Wie interaktiv und unterhaltsam kann Wissensvermittlung noch werden, ohne dadurch an Seriosität einzubüßen?

                  Wenn bei mir eine Spezialoperation an der Wirbelsäule nötig wäre, würde ich lieber zu einem ausgewiesen Fachexperten gehen als zum Bestsellerautor Dr. von Hirschhausen. Aber das spricht keineswegs gegen den schreibenden Arzt: Seine Bücher verhelfen mir trotzdem zu vielen gesunden Einsichten! In einer extrem komplexen Welt braucht es sowohl sachkundige Experten als auch verantwortungsvolle Vereinfacher. Ohne die letzten würde das Wissen zu einem Privileg weniger Spezialisten reduziert werden. Populärwissenschaftliche Wissensvermittler werden erst dann zum Problem, wenn sie ihre Einsichten über die der vertieft forschenden Zunft stellen.

                  Welche Lernmethoden nutzen Sie in Ihren Coachings?

                  Gerade experimentiere ich mit einer spannenden neuen Methode. Ich nenne sie „Lebensgeschichte erwandern“. Dabei wird eine Tageswanderung so angelegt, dass sie den eigenen Lebensweg abbildet. Die Topographie, der Wegverlauf und verschiedene Aussichtspunkte werden so gewählt, dass die Teilnehmer zum autobiographischen Erzählen angeregt werden. Als Schreibtischmensch genieße ich das Outdoor Setting und ich merke, dass körperliche Bewegung auch das Denken in Bewegung bringt. Beim „walk o talk“ kommen die Teilnehmer/innen viel leichter miteinander ins Gespräch als im klassischen Stuhlkreis.

                  Wie kann man das Wissen, das man aus Ihrem Buch mitnimmt, im Alltag erfolgreich umsetzen?

                  Eine Anleitung, die Schritt für Schritt zum Glück führt? Nein, das gibt es nicht und so ist mein Buch auch nicht gedacht! Als Seelsorger und Coach entdecke ich, dass es unglaublich viele verschiedene Wege zu einem erfüllten Leben gibt. Intensiv mit anderen Menschen im Gespräch zu sein, hat meinen Horizont erweitert. Genau in diesem Sinn ist mein Buch ein papiernes Gesprächsangebot: Profitieren Sie von den Gedanken und Erkenntnissen, die andere gemacht haben! Das Schöne ist: Auch wenn Sie einzelnen Thesen widersprechen, haben Sie profitiert!

                  Sie haben in Biografieforschung promoviert, sind heute Pfarrer und Seelsorger. Wie profitieren Sie und Ihre Klienten von dem Wissen, das Sie sich für Ihr Promotionsthema angeeignet haben?

                  Was ich mir an Fachwissen angelesen habe, hilft mir, Menschen besser zu verstehen. Zugleich helfen mir die Menschen, mit den ich zu tun habe, die gelesenen Bücher besser zu verstehen.

                  Das Interview führte Sarah Gröhbühl

                  Dr. Rainer Liepold, Jahrgang 1967, promovierte in der Biografieforschung und arbeitet seit vielen Jahren als Gemeindepfarrer und Altenheimseelsorger. Auch Vorträge, Coachings und Veröffentlichungen rund um den Lebensweg gehören zu seinem beruflichem Portfolio – denn Menschen auf ihren Lebenswegen zu begleiten, findet er so bewegend und faszinierend, dass es wert ist, davon zu erzählen. Im Interview spricht er mit der WEITBLICK-Redaktion darüber, ob es die Anleitung zum Glück gibt und warum Denken durchaus Spaß machen darf.

                  Wie ist es um den (Weiter-)Bildungsstandort
                  Deutschland bestellt?

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                  Spiel des (Agentur-)Lebens

                  Das erste Planspiel für die Eventbranche

                  Das Prinzip des Planspiels schaut auf eine lange Tradition zurück und kommt bereits in diversen Branchen als kreative Lernmethode zum Einsatz. Sei es in der Kultur, dem Handwerk oder der Betriebswirtschaftslehre – Planspiele werden als praxisorientierte Methode für die Vermittlung komplexer Zusammenhänge immer wichtiger. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt online eigens eine Datenbank für politische Planspiele zur Verfügung.

                  In der Veranstaltungsbranche ist diese Form der Weiterbildung bis zuletzt noch ein unbeschriebenes Blatt. Das hat Dr. Laura Brager aus der m:con Marketing-Abteilung gemeinsam mit Kommunikationscoach Caroline Solowjew nun geändert. Die beiden haben mit „TopEvent“ ein Planspiel für die Eventbranche entwickelt.

                  „Die Herausforderung bestand von Beginn an in der gesamtheitlichen Abbildung der Veranstaltungsbranche, die sehr vielfältig gestaltet sein kann. Sie reicht von Messen und Kongressen über Seminare und Kon-
                  zerte bis hin zu Teambuilding- und Sportveran
                  staltungen. Außerdem müssen zusätzlich verschiedene Dienstleister und Gewerke koordiniert werden.“, so Dr. Brager über die Entwicklungsphase des Planspiels in den Jahren 2012 bis 2014.

                  All diese Komponenten gilt es auf einem Spielbrett unterzubringen. Gleichzeitig muss das Planspiel dem Anspruch genügen, den Teilnehmenden einen möglichst realitätsnahen und praxisbezogenen Einblick in die branchenspezifischen Abläufe zu gewähren. Die Spieler setzen sich Ziele, planen Geschäftsjahre und führen Verhandlungen. Außerdem müssen anhand der vorangegangenen Spielperioden Prognosen und Entscheidungen für das kommende „Geschäftsjahr“ getroffen werden. Dadurch können komplexe Zusammenhänge nachvollziehbar gemacht werden und die Teilnehmer lernen, welchen Einfluss interne und externe Faktoren auf den Erfolg einer Eventagentur haben können.

                  Selbst am Spielbrett aktiv werden
                  Die m:con Fortbildungsakademie IECA bietet das Planspiel in einem Seminar mit den beiden Entwicklerinnen an. Das Brett-Planspiel „TopEvent“ schafft einen optimalen Überblick über Geschäftsprozesse einer Eventagentur für Führungskräfte, Fachkräfte und Auszubildende sowie jeden, der die organisations- und betriebswirtschaftlichen Prozesse einer Agentur erleben und im wahrsten Wortsinne „begreifen“ möchte.

                  Quelle: FAMAB e.V.

                  Im Rahmen des Planspiels „TopEvent“ nehmen die Spieler die Rolle von Agenturmitarbeitern ein. Sie durchlaufen systematisch die Prozesse einer Eventagentur, angefangen beim Gewinn eines Pitches über die Planung, Umsetzung und Abrechnung der Veranstaltung bis hin zur Nachbetrachtung des abgeschlossenen Auftrages. Dabei steht jede Gruppe als selbstständiges Agenturteam in der Verantwortung für ein eigenes Spielbrett. Wie im wahren Leben läuft auch hier nicht immer alles nach Plan. Die Spieler müssen sich mit diversen Szenarien auseinandersetzen: „Die Agenturmitarbeiter im Planspiel arbeiten sich durch fiktive Geschäftsquartale und werden kontinuierlich vor neue Herausforderungen gestellt. Nicht nur Unwetterwarnungen und Mitarbeitererkrankungen, auch sich auszahlende Mitarbeiterqualifizierungen und Award-Gewinne stehen auf dem Spielplan.“, erklärt Dr. Brager. „So werden nicht nur die Geschäftsabläufe sondern auch die unweigerlich mit Erfolgen und Misserfolgen verbundenen Emotionen realitätsnah vermittelt.“

                  Natürlich gibt es auch bei einem Planspiel gewisse Regeln. Da der Pitch, also die Bewerbung einer Agentur um einen Projektauftrag, ein fester Bestandteil sowie zentrales Element des Spielbrettes ist, bilden die vom FAMAB e.V. erarbeiteten sieben Regeln für einen fairen Pitch einen einheitlichen Rahmen für die Konzepte der verschiedenen Spielergruppen. Dadurch lernen die Teilnehmer die praxisnahe Konzepterstellung und präsentation in einer realitätsnahen Atmosphäre.

                  Schnell wird deutlich – wer Aufträge gewinnen will, muss seine Personalressourcen gut einteilen und anfallende Projektkosten gut kalkulieren. Ein Gewinnerkonzept muss gut durchdacht sein und das erfordert Manpower. Ein Feature, das ganz bewusst eingebaut wurde. Laura Brager erklärt: „Als Dienstleistungsplanspiel muss ‚TopEvent‘ insbesondere die Einsatzplanung der Mitarbeiter fokussieren. Personal muss effizient eingesetzt werden, um zu hohe, nicht projektbezogene Kosten zu vermeiden.“ Da bei Agenturen die internen Ressourcen häufig nicht sehr hoch sind, wird ebenfalls der Einsatz freier Mitarbeiter praxisnah im Planspiel abgebildet.

                  Dr. Laura Brager und Caroline Solowjew ist es gelungen, mit „Top-Event“ ein ernstzunehmendes und ganzheitliches Planspiel für die Veranstaltungsbranche zur Verfügung zu stellen. Die Spieler erfahren ein nachhaltiges und umfassendes Lernerlebnis, das sie mit einem Handlungsrepertoire für die Praxis ausstattet.

                  Zur Person
                  Dr. Laura Brager ist Marketing-Teamleiterin bei der m:con – mannheim:congress GmbH sowie Lehrbeauftragte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim im Studiengang Messe-, Kongress- & Eventmanagement.

                  Lernen für die Zukunft
                  Zukunft für das Lernen

                  „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“.

                  Eine Erkenntnis, die Schiller schon im 18. Jahrhundert formulierte und die heute vielleicht aktueller ist denn je. Computerspiele sind längst kein Nischenprodukt mehr, sie sind in der gesellschaftlichen Mitte angekommen und haben sich zum Massenmedium entwickelt. Von Candy Crush bis hin zu World of Warcraft – die digitalen Ureinwohner suchen nur noch selten Unterhaltung außerhalb der virtuellen Realität.

                  Die Generation Y verändert nicht nur den Arbeitsmarkt. Dass sich ihre Erwartungen auch auf die Weiterbildungsangebote niederschlagen, war nur eine Frage der Zeit. Das Potenzial, das in der spielerischen Herangehensweise an ernste Themen schlummert, wird nun zunehmend erkannt und genutzt. Was wir im Spiel erlernen, können wir viel besser verarbeiten und uns merken.

                  Im Gegensatz zum klassischen Frontalunterricht muss der Nutzer bei computerspielbasierten Weiterbildungsprogrammen selbst aktiv werden und unter Umständen emotionale Entscheidungen treffen, die automatisch zu einem Lernergebnis führen.

                  Funktionsweise

                  Der Nutzer bewegt sich – ähnlich wie beim klassischen Planspiel, das mittlerweile ebenfalls digital existiert – in einer fiktiven Welt mit klar definierten Regeln und Zielen, deren Umsetzung er sich selbst erarbeiten muss.

                  Auch abseits des „Game-Based Learnigs“ und sogenannter „Serious Games“ besteht der Anspruch, möglichst ortsungebunden, flexibel und schnell auf Fortbildungsangebote zugreifen zu können.

                  Möglichkeiten

                  Ob man nun die nächste Fortbildung per App plant und sich registriert oder ganze Webinare auf dem Tablet absolviert werden – laut Statista wird sich der weltweite Datenaustausch über Smartphones in den nächsten vier Jahren versechsfachen und unser Leben damit noch intensiver in den digitalen Bereich verlagern. Eine Erhebung des Instituts für Medien- und Kompetenzforschung aus dem Jahr 2015 hat ergeben, dass der Branchenumsatz der E-Learning-Anbieter in Deutschland im vierten Jahr in Folge im zweistelligen Prozentbereich gewachsen ist (11,4%), während die Weiterbildungsbranche insgesamt kaum Zuwächse verzeichnen konnte. Wenn man von gleich bleibenden Fortbildungsbudgets in den Unternehmen ausgeht, zeichnet sich auch hier der Trend zum E-Learning bei den Arbeitnehmern ab.

                  Auf der ganzen Welt zuhause

                  Den wachsenden Wunsch, sich ohne örtliche Bindung beruflich kontinuierlich weiterentwickeln zu können, spiegelt auch der hohe Zuspruch für die noch junge aber mittlerweile regelmäßig stattfinde DNX Konferenz wider. Auf dem Kongress plaudern „Digitale Nomaden“ aus dem Nähkästchen und geben einen Einblick, wie man seinen Arbeitsplatz ins Internet verlegen und damit auf der ganzen Welt zu Hause sein kann, ohne sich beruflich oder bildungstechnisch einschränken zu müssen. Dass man sich für diesen Austausch in der realen Welt und nicht in einer Skype-Konferenz trifft, scheint dabei geradezu ironisch.

                  DNX-Konferenz

                  Serious Games

                  Bisher galten Lernspiele, sogenannte Serious Games, als Nischensegment in dem mit € 1,5 Mrd. schweren Spiele-Markt. Seit 2009 wächst jedoch die Bedeutung dieser elektronischen Spiele mit edukativem Charakter kontinuierlich. Serious Games werden, so glauben Experten, unsere Lernkultur nachhaltig verändern, nicht nur in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, sondern auch in Schulen und Universitäten. Die Betreiber von SeriousGames.de widmen dieser aufregenden Entwicklung eine eigene Plattform, um das Wachstum dieses Teilmarkts systematisch zu dokumentieren, Neuheiten frühzeitig aufzugreifen, zu analysieren und zu publizieren.

                  Quelle: SeriousGames.de

                  Der Kongressstandort Deutschland nimmt in internationalen Branchenrankings schon seit vielen Jahren eine Spitzenposition ein. Um Veranstaltungen weiterhin erfolgreich durchführen zu können, ist es unerlässlich, sich regelmäßig mit Zukunftsthemen und Trends zu beschäftigen. Aus diesem Grund haben das GCB German Convention Bureau e.V. und der EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungscentren e.V. gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) den Innovationsverbund „Future Meeting Space“ gegründet. Als Experte war auch m:con-Prokurist Bastian Fiedler im Rahmen einer Fokusgruppe zu Herausforderungen und neuen Formaten beratend tätig.

                  Im Innovationsverbund „Future Meeting Space“ werden aktuelle, branchenrelevante Entwicklungen analysiert, um darauf aufbauend ein umfassendes Anforderungsprofil für erfolgreiche Veranstaltungen zu definieren. Eine leitende Rolle spielt dabei nach wie vor die rasant voranschreitende Technisierung. Sie werde, so heißt es nun im kürzlich erschienenen Innovationskatalog, die Veranstaltungsbranche bis ins Jahr 2030 in diversen Bereichen prägen und herausfordern. Sei es beispielsweise durch die Informations- und Datensicherheit, kreative Formen der Wissensvermittlung oder virtuelle Projekträume.

                  „Trends zu identifizieren und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln, um diese branchengerecht umzusetzen, halte ich für unverzichtbar. Durch die Zusammenarbeit hochkarätiger Kooperationspartner gibt der Innovationsverbund „Future Meeting Space“ Werkzeuge zur Konzeption zukunftsorientierter Veranstaltungen mit an die Hand.“, so Bastian Fiedler über die Bedeutung des Forschungsverbundes für die Eventbranche.

                  Der Innovationskatalog, der auf der Website des GCB kostenfrei zur Verfügung steht, fasst die Highlights aus 120 Innovationen aus jedem einzelnen Bereich zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen durch aktuelle Forschungsthemen.

                  Hier geht es zur Direktanforderung des Katalogs (PDF, 2,8 MB).

                  Smartphone-Traffic verzehntfacht sich bis 2019

                  Prognose zur Entwicklung des weltweiten Smartphone-Daten-Traffics
                  (in Exabyte pro Monat) Quelle: Statista/ Cisco VNI

                  Das Seminarprogramm der Internationalen Event- & Congress-Akademie (IECA) steht ab sofort auch in der neuen IECA-App zur Verfügung. Sie bietet einen schnellen Überblick zu aktuellen Informationen sowie einfachste Seminaranmeldung.

                  Konzeption und Optik der App orientieren sich an der Website der Internationale Event- & Congress-Akademie. Sie bietet eine komfortable Übersicht über Seminarprogramm, Referenten und zusätzlichem Infomaterial zur IECA. Die Nutzer profitieren von der schnellen und unkomplizierten Seminaranmeldung mit der Option eines direkten Kalendereintrages auf ihrem Endgerät. 

                  Die neue IECA-App steht ab sofort kostenlos im Google Play Store und im App Store zur Verfügung.

                  News & Events

                  m:con geht in die Verlängerung

                  Das Team der m:con – mannheim:congress GmbH freut sich, dass sie die Deutsche Schmerzgesellschaft auch über das Jahr 2016 hinaus für den Mannheimer Rosengarten als Kongress-Austragungsort und die m:con als PCO gewinnen konnte. Bis ins Jahr 2019 bleibt die Tagung in der Quadratestadt. Der Deutsche Schmerzkongress wird seit 2009 von der m:con betreut und fand in der Zeit in Berlin, Mannheim und Hamburg statt. 2016 ist er zum fünften Mal im Rosengarten zu Gast. Der jährlich stattfindende Kongress reflektiert die enorme Bedeutung des Symptoms Schmerz in sämtlichen Bereichen der Medizin. Unter dem Motto „(Um)denken erwünscht“ tagen über 2.500 Schmerztherapeuten vom 19. bis zum 22. Oktober im Mannheimer Congress Center.

                  Die Immungenetiker tagen vom 30.05. 02.06.2017 erstmals im Rosengarten. Mit der 31st European Immunogenetics and Histocompatibility Conference organisiert die m:con außerdem ihren ersten europäischen Kongress in Kooperation mit der Universität Heidelberg unter der Leitung des Tagungspräsidenten Prof. Dr. Caner Süsal.

                  efiweb.eu

                  Bildung gemeinsam gestalten

                  Am 1. und 2 Juli 2016 findet unter anderem im Congress Center Rosengarten der 1. EduAction Bildungsgipfel unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, statt. Ziel ist es, die 7 großen Herausforderungen der Zukunfts-Bildung gemeinsam, innovativ und umsetzungsorientiert zu diskutieren. Auf der Grundlage eines Gipfels starker Impulsgeber und gleichzeitig eines Gipfels zukunftsweisender Praxisbeispiele treten die Akteure aus allen Bildungsbereichen (Lehrende, Lernende, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft) in einen Austausch einer neuen Qualität an Vernetzung und wechselseitiger Inspiration.

                  Das Zukunftsthema „Das Internet der Dinge“ ist vom 7. bis 8. November das Motto des Kongresses des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) im Rosengarten, zu dem 1.500 Teil-
                  nehmer aus dem In- und Ausland erwartet werden. Es sollen die beiden Ebenen „Anwendungen“ und „Technologien“ in ihrer Breite diskutiert und in Bezug zueinander gesetzt sowie Lösungen, Ideen und Chancen für Deutschland herausgearbeitet werden.

                  goodimpact.org

                  31st European Immunogenetics and Histocompatibility Conference

                  Congress Center Rosengarten

                  1. EduAction Bildungsgipfel

                  Congress Center Rosengarten

                  In der Garderobe mit …
                  den Prinzen

                  25 Jahre auf Bewährung! Eine Probezeit, die die Prinzen mit Bravour absolviert haben. Da war bei Weitem nicht alles nur geklaut und keinesfalls war das Leben immer grausam. Nein, die Prinzen können auf eine erfolgreiche und produktive Musikkarriere zurückblicken. Mit über sechs Millionen verkauften Tonträgern, 16 Gold- und Platinplatten, zwei Echo-Awards und zahlreichen anderen Preisen sind sie eine der erfolgreichsten deutschen Pop-Bands.

                  Mit über 6 Millionen verkauften Tonträgern, 16 Gold- und Platinplatten, zwei Echo-Music-Awards und zahlreichen anderen Preisen sind sie eine der erfolgreichsten deutschen Popbands. Über fünf Millionen Menschen begeisterten sie seit 1991 auf ihren Konzerten. Am 2. Oktober 2015 wurden „Die Prinzen“ mit dem Europäischen Kulturpreis geehrt. 2016 sind sie auf großer Tournee und feiern mit ihren Fans ihr 25-jähriges Jubiläum – unter anderem auch am 1. März 2016 im Mannheimer Rosengarten. Die WEITBLICK Redaktion durfte Henri Schmidt vorab zum Interview treffen.

                  Mit ihrer Band „Die Prinzen“ feiern Sie dieses Jahr Silberhochzeit. 25 Jahre Bandgeschichte sind in der Musikbranche eher unüblich. Was ist Ihr Geheimnis?

                  Wir bauen uns außerdem Zeiten ein, in denen wir uns bewusst nicht sehen. Das ist so eine Art Luxus, den wir uns gönnen. Dann hat man nämlich die Chance, dass man sich wieder aufeinander freut. Wir sind also nicht permanent zusammen und haben auch privat recht unterschiedliche Interessen. Das könnte man eventuell als das „Geheimnis“ bezeichnen.

                  Hat man nach über einem viertel Jahrhundert Bühnenerfahrung noch Lampenfieber?

                  Lampenfieber ist vielleicht ein zu großes Wort aber man hat natürlich immer, wenn man auf die Bühne geht, eine Anspannung – das ist auch unabhängig davon wie lange man es schon beruflich macht. Es ist im Idealfall ja auch immer Publikum da [lacht] und das hat eine ganze Menge Eintritt bezahlt und natürlich eine bestimmte Erwartungshaltung. Deshalb spürt man immer eine gewisse Anspannung. Jetzt spielen wir ja auch auf der Tour seit 24.2. ein völlig neues Programm, das wir so noch nie gespielt haben. Da sind wir schon bei den ersten Konzerten ein wenig hibbelig.

                  Haben Sie ein Ritual, bevor Sie auf die Bühne gehen?

                  Eigentlich kein gemeinsames. Es gibt welche, die wollen komplett ihre Ruhe haben. Dann gibt’s einen, der geht sehr oft zur Toilette bevor es losgeht [lacht] und dann gibt’s auch den einen oder anderen, der noch ein kleines kaltes Bier trinkt. Da hat jeder so seine privaten Mittelchen um sich abzulenken. Außerdem gibt es auf der Tour jetzt immer ein Meet and Greet, das die Fans bei Verlosungen gewinnen können. Wir finden es sehr schön, so nah am Publikum und auf Du & Du mit den Fans zu sein. Aber so 5 bis 10 Minuten bevor es losgeht, ist dann wirklich jeder für sich.

                  Sie ziehen ihr Publikum generationenübergreifend in den Konzertsaal – ist es das was Sie auch mit dem Titel Ihres aktuellen Albums „Familienalbum“ ausdrücken wollen?

                  Zum einen natürlich das und zum anderen auch, dass wir uns selbst als Familie sehen. Viele von uns kennen sich ja wie gesagt schon wesentlich länger als diese 25 Jahre. Wir sind außerdem immer mit einer Crew unterwegs wenn wir auf Tour sind und auch einige der Techniker sind mittlerweile schon seit 20 Jahren mit uns dabei.

                  Wir bezeichnen uns gerne als Familien-Band. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie „Die Prinzen“-Fans der ersten Stunde jetzt 25 Jahre später wieder ihre Kinder mitbringen und das Liedgut der Prinzen quasi weitervererbt wird. Besonders schön für uns ist es zu sehen, wenn Kinder Songs, die definitiv älter als sie selbst sind, perfekt mitsingen können.   

                  25 Jahre kreativer Lernprozess – was ist heute anders als damals?

                  Es hat sich natürlich viel verändert. Die Tonträgerbranche hat sich komplett geändert, Radio funktioniert anders als vor 25 Jahren und auch das Fernsehen hat sich verändert. Wenn man vor 20 Jahren zum Beispiel eine Singlepremiere bei „Geld oder Liebe“ oder „Wetten dass…?“ hatte, wusste am nächsten Tag die halbe Nation, dass es von den Prinzen ein neues Album gibt. Das hat sich ja durch die Vielzahl der Spartensender auch völlig aufgesplittet. Man muss im Prinzip für seine neuen Produkte viel mehr Promotion machen als noch vor 25 Jahren, um weitestgehend die gleiche Anzahl an Menschen zu erreichen. Dann gab es damals das Internet nicht, wir hatten alle keine Smartphones, diese neuen Medien beeinflussen unsere Arbeit natürlich auch.

                  Das Schöne am Älterwerden ist aber auf jeden Fall, dass man alldem weitaus gelassener gegenüber steht als am Anfang der Karriere, als einem alles noch komplett neu war. Als wir zum Beispiel Udo Lindenberg kennenlernen durften, waren wir angetan wie kleine Jungs. Letztes Jahr waren wir bei Cro zum MTV unplugged Konzert zu Gast. Da kamen wir uns dann so vor wie Lindenberg sich bei uns gefühlt haben muss vor 25 Jahren. Da sagten einige Musiker dann „Sie“ zu uns… so alt sind wir doch noch gar nicht [lacht].

                  Klar, wenn man 25 Jahre älter ist, denkt und fühlt man anders. Man schreibt auch andere Texte als vor 25 Jahren und reflektiert viele Sachen anders. Aber wir haben es geschafft, immer irgendwie zueinander zu halten. Es war ja auch nicht immer alles gut. Wir sind aber auch durch die dünneren Zeiten immer gemeinsam gegangen. Solche Sachen ändern sich auch in 25 Jahren nicht und gehören, denke ich, auch dazu.

                  Für das Konzert welches Kollegen würden Sie sich selbst eine Eintrittskarte kaufen?

                  Ach, das habe ich im letzten Jahr ganz häufig gemacht! Sebastian und Tobias waren letztes Jahr ja beim Tauschkonzert [Sing meinen Song. Das Tauschkonzert, VOX, d.Red.] dabei. Da habe ich mir Xavier live ange-
                  schaut, Daniel Wirtz habe ich mir angeschaut und von Christina Stürmer werde ich auch noch ein Konzert besuchen. Außerdem war ich 2015 bei Max Raabe im Gewandhaus und dieses Jahr sogar schon in der Semperoper mit meiner Frau und habe Cavalleria rusticana gesehen. Also ich bin im Moment gerade auf dem Kulturtrip. Zwischendurch war ich eher ein Ausgehmuffel, aber jetzt genieße ich das wieder mehr. Andreas Bourani haben wir letztes Jahr zum Beispiel fast alle besucht, als er im August in Leipzig gespielt hat. Man schaut schon, was die anderen machen und trifft sich gerne mal.

                  Mit welchem Künstler würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten?

                  Wir haben das große Glück, immer musikalische Gäste zu haben. Auf der Tour kommen zum Beispiel Daniel Wirtz, Yvonne Catterfeld, Cro und Christina Stürmer zu uns. Wir haben da echt ein schönes, buntes Programm zusammengestellt. Prinzipiell sind wir da immer offen. Wir hatten ja auch das große Glück, mit Montserrat Caballé Mitte der 90er Jahre einen Song aufnehmen zu dürfen. Mit Joe Cocker sind wir bei der „Night of the Proms“ auf der Bühne gestanden. Manche Sachen ergeben sich einfach. Wir überlegen, ob wir gemeinsam mit anderen Künstlern mal eine „Duette-CD“ aufnehmen. Wir lassen uns immer wieder inspirieren und wenn es dann so weit ist, dann werden wir es mitteilen. Aber wir schließen prinzipiell nichts aus. Auf der aktuellen Tour freuen wir uns jetzt erstmal auf die Gäste, die wir haben werden.

                  Mit Einrichtungen wie zum Beispiel der Popakade- mie Baden-Württemberg hebt sich Mannheim immer wieder als Musikstadt hervor. Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach solche Institutionen für die Entwicklung der deutschen Musiklandschaft?

                  Ich war noch nie selbst an der Popakademie, aber Xavier hat begeistert davon berichtet. Eine Popakademie finde ich auf jeden Fall sinnvoller als eine Castingshow. Obwohl ich nicht sagen kann, dass nicht auch eine Castingshow heute vielleicht für uns interessant wäre, wenn wir nochmal Anfang 20 wären – wie damals, als es mit den Prinzen losging. Das sind auf jeden Fall Plattformen, auf denen man sich irgendwie zeigen kann und ich möchte das nicht verteufeln. Aber eine Popakademie, wenn sie von den richtigen Leuten betreut wird, kann auch die wirklich wichtigen Sachen vermitteln. Viele können zum Beispiel gut singen und beherrschen ihre Instrumente einwandfrei, sind aber einfach nicht unterhaltsam. Dass man hier das richtige Wissen einfach zusammenbringt, finde ich wichtig.
                  Wir machen zum Beispiel seit 16 Jahren unser Management selbst. Das ist auch ein wichtiger Faktor. Ein Künstler muss nicht immer als dummer kleiner Junge durch die Gegend rennen und von anderen Leuten gesagt bekommen, in welche Richtung es gehen soll. Das finden wir an uns gut, dass wir uns einfach abgenabelt haben. Denn nur die Sachen, die man selbst entscheidet, kann man auch gut entscheiden. Das bedeutet zwar manchmal triste Bürotage, die nichts damit zu tun haben, was sich manche unter dem glamourösen Künstlerleben vorstellen. Aber es ist immer besser,
                  die nötigen Entscheidungen selbst zu treffen. Wenn solche Inhalte in der Popakademie auch vermittelt werden, ist schon mal ein wichtiger Faktor abgedeckt.

                  Mit Xavier Naidoo haben Sie für „Sing meinen Song“ zusammengearbeitet. Was schließen Sie aus dieser Bekanntschaft über Mannheim im Allgemeinen?

                  Xavier kennenzulernen war für mich eine absolute Bereicherung. Ich glaube, dass Mannheim allgemein eine weltoffene, intelligente Stadt ist. Xavier war letztes Jahr auch als musikalischer Gast dabei als wir unser Konzert mit Chor und Orchester in der Leipziger Oper hatten. Da konnte ich schon einiges von ihm lernen. Zum Beispiel, dass man, wenn alles erzählt ist, auch ganz schnell gehen kann. [lacht]

                  Was erwartet uns in den nächsten 25 Jahren von den Prinzen?

                  Wir haben ja vor ein paar Jahren mal scherzhaft gesagt,
                  die zweite Halbzeit kann jetzt losgehen. Es basiert ja alles in erster Linie auf der Gesundheit. Gerade bei uns, die wir alle fünf über zwei Stunden am Abend auf der Bühne stehen und singen. Ich denke, wenn wir weiterhin so vernünftig miteinander umgehen, können auf die 25 Jahre wirklich nochmal viele Jahre folgen. So lange, wie es die Leute sehen und hören wollen – aber das ist ja offensichtlich der Fall – wird es „Die Prinzen“ auch als Musikgruppe geben.

                  Das Interview führte Sarah Gröhbühl

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                  Johann W. Wagner (m:con)
                  Ausgabe 02 | 2015
                  Printed in Germany.

                  Alle Rechte vorbehalten.

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                  Twitter-Interview mit Susanne Grabau,
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                  Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus? 

                  Die Arbeit ist sehr vielfältig – vom Kontakt zu den Referenten über Gespräche mit Teilnehmern bis hin zu Social Media-Aktivitäten.

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                  Was zeichnet die IECA aus? 

                  Die Referenten kommen alle aus der Praxis und bieten Workshops auf hohem Niveau mit aktuellen Inhalten an.

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                  Welche Themen sind derzeit besonders gefragt? 

                  Die Kunden interessieren sich momentan besonders für Themen rund um die Veranstaltungssicherheit.

                  @mconMannheim

                  Welche Tendenzen sehen Sie in der Entwicklung des Weiterbildungsangebots für die Eventbranche?

                  Das Angebot wird künftig noch schneller auf aktuelle Trends reagieren, um den Teilnehmern stets neue Inhalte zu bieten.

                  @mconMannheim

                  Mannheim ist der ideale Ort für (angehende) Eventmanager, weil …

                  … dort sowohl Ausbildung (u.a. durch die Duale Hochschule) als auch Weiterbildung für die Eventbranche auf hohem Niveau angeboten wird.

                  @mconMannheim

                  Warum sollte jeder die IECA-App auf dem Smartphone haben?

                  Man erhält stets aktuelle Seminarinformationen und kann sich direkt zu den Workshops anmelden.

                  @mconMannheim

                  Ich arbeite gerne bei der m:con, weil …

                  … ich hier die Möglichkeit habe, selbstständig zu arbeiten und neue Ideen einzubringen. Zudem ist der Zusammenhalt unter den Kollegen klasse.