„Lassen Sie den Freak aus sich heraus …“

Vorwort

 

Liebe Leserinnen und Leser,

1961 trat John F. Kennedy vor das amerikanische Volk und sagte: „Innerhalb dieser Dekade fliegen wir auf den Mond!“ Und acht Jahre später haben die das gemacht. Praktisch ohne Computertechnologie. Dafür mit unbedingtem Willen und großem Pioniergeist. Und heute? Heute sitzen in Deutschland in jedem Mini-Projekt 20 Controller und 50 Juristen, die jede mögliche Gefahr prüfen. Und eine Gleichstellungsbeauftragte sorgt dafür, dass alles politisch korrekt zugeht. Und so fliegst Du eben nicht auf den Mond. So fliegst Du nicht mal von Berlin irgendwohin.

In unserer vollkaskoversicherten Lebensplanung vergessen wir oft, was die Voraussetzung für einen großen Erfolg ist: das Misslingen. Wie haben Sie Fahrradfahren gelernt? Indem Sie immer wieder hingefallen sind. Wahre Freude erleben wir nur nach Anstrengung, nach Grenzüberschreitung und nach dem Eingehen von Risiken. Und natürlich können wir dabei auf die Fresse fallen. Na und? Schrammen sind sexy. Angstschweiß nie.

Für die Zukunft gibt es keinen Masterplan. Sie ist unberechenbar. Viele sehen das als Nachteil. Doch in Wirklichkeit ist das toll. Denn wenn alles hundertprozentig vorausberechenbar wäre, würde das ja bedeuten, dass die Zukunft feststünde. Wenn aber die Zukunft feststeht, wo ist dann die Freiheit? Wo ist der Raum für Phantasie? Fortschritt und Innovation gibt es nur um den Preis der Unberechenbarkeit.

Vertrauen Sie deswegen auf Ihre Phantasie und geben Sie der Zukunft eine Chance. Seien Sie mutig, aber überschätzen Sie sich nicht. Planen Sie, aber seien Sie sich bewusst, dass viele Entwicklungen dem Zufall unterworfen sind. Verfolgen Sie konsequent ihre Ziele, aber steigen Sie vom Pferd ab, wenn es tot ist.

Tun Sie stattdessen ab und an etwas Ungeplantes, etwas Verrücktes. Lassen Sie den Freak aus sich heraus: Schenken Sie einem Gewerkschafter einen FDP-Kugelschreiber! Putzen Sie Ihre Zähne morgens mit Elmex und abends mit Aronal! Schlafen Sie mit Ihrer eigenen Frau! Einfach mal was Verrücktes tun … Denn das Einzige, über das die Zukunft keine Kontrolle hat, ist ihr Verhalten. Viel Glück dabei!

Ihr Vince Ebert

Zurück in die Zukunft – ins Jahr 2030

Leben ist Bewegung und Veränderung. Das gilt auch und vor allem für das Arbeitsleben. Experten und Wissenschaftler prophezeien für die nächsten Jahre eine große Verschiebung von Abläufen und Prioritäten. Die zweite Ausgabe unseres Kundenmagazins „Weitblick“ beschäftigt sich mit Trends und Entwicklungen im Bereich Arbeitswelten. Wir wollen gemeinsam mit verschiedenen Interviewpartnern einen Blick in die Zukunft wagen. Viel Spaß beim Lesen und entdecken.

Marion Treu, Unternehmenskommunikation

System: Neu starten

System: Neu starten

Ein kleiner, allwissender Mini-Computer in der Jackentasche. Wechselnde Cafés in großen Städten, die als Büroersatz fungieren. Dazwischen eine Entspannungspause beim Yogalehrer oder dem Meditationsmeister. Die Arbeit projektbezogen ohne viel administrativen Aufwand. Sieht er so tatsächlich aus, der Arbeitsplatz der Zukunft?

    Kopfzerbrechen

    Über kaum ein anderes Thema zerbrechen sich Zukunftsforscher, Personaler und auch Mediziner so sehr den Kopf wie über zukünftige Arbeitsformen. Die Ansprüche der Fachkräfte wachsen, auch bedingt durch den demographischen Wandel.

    Es reicht nicht mehr, einfach nur Geld zu verdienen, einen gesicherten Arbeitsplatz zu haben und einmal im Jahr einen größeren Urlaub zu machen. Die sogenannte Generation Y (nach 1980 geboren) wünscht sich mehr von der Aufgabe, der sie den Großteil ihrer Lebenszeit widmet. Kein Abrackern auf Kosten der seelischen und körperlichen Gesundheit, sondern stets auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit ihres Tuns.

      Neues Selbstbewusstsein

      Neues Selbstbewusstsein nennt das Fraunhofer-Institut das, was die künftigen Fach- und Führungskräfte auszeichnet. Für die Soziologen Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht sind es „heimliche Revolutionäre“ und „stille Weltverbesserer“. Rund 12 Millionen zählt die Generation Y in Deutschland. Geprägt wurde sie durch das, was man in der Gesellschaft als kollektive Gemeinsamkeit beschreibt: Öl- und Finanzkrise, der 11. September, Golf- und Afghanistan-Krieg, Reform der Rentengesetze, weltweite Umweltkatastrophen. Anhand dieser Ereignisse schafft sich diese Generation ein neues Wertesystem, das sie auch auf ihren Arbeitsplatz überträgt.

        Flexibilität ist dabei das Stichwort.

        Zunächst verlangten Arbeitgeber von ihren Beschäftigten eine kaum zu leistende Flexibilität und Mobilität. Umzug zu verschiedenen Standorten, Leben aus dem Koffer, Wochenend- und Feiertagsarbeit, keine fest definierten Zeiten. Diesen Trend kehren die Arbeitnehmer immer mehr um. Sie erwarten Flexibilität von der Chefetage. Elternzeit, Freizeitausgleich, Sabbatjahr, längere Urlaubsphasen, kreative Ideen zur Kinderbetreuung, Rückzugsorte am Arbeitsplatz. Die Flexibilität ist plötzlich keine Einbahnstraße mehr, sondern viel mehr eine gegenseitige Erwartungshaltung. Prof. Klaus
        Hurrelmann erklärt diese Vorstellungen mit einem hohen Investment in die eigene Ausbildung.

          Das Ziel der Generation Y

          Ziel der Generation Y ist es, Spuren während ihrer beruflichen Tätigkeit zu hinterlassen, eigene Akzente zu setzen und unternehmerische Strukturen zu hinterfragen. Laut Hurrelmann gelingt es den jungen Arbeitnehmern immer besser ihre Vorstellungen zu verwirklichen, weil aufgrund des demographischen Wandels der Markt immer stärker von den Nachfragenden beherrscht wird.
          Der Fach- und Führungskräftemangel bringt Unternehmer immer stärker in die Situation den Erwerbstätigen für sie attraktive Angebote machen zu müssen.

            Projekt „Traumberuf“

            So wie Jannike Stöhr eines bekommen hat. Die junge Frau (28) war in verantwortungsvoller Position in der Personalabteilung von VW, als sie beschloss sich von ihrem Arbeitgeber freistellen zu lassen, um das Projekt „Traumberuf“ zu starten.

              „Das haben wir schon immer so gemacht“

              In einem Jahr möchte sie 30 Berufe ausprobieren und das finden, was ihr bisher gefehlt hat: glücklich sein.

              Von VW hat sie die Zusage zurückkommen zu können, wenn sie gefunden hat, was sie suchte. Solche individuellen Lebenswege und Wünsche häufen sich. Und von den Unternehmen wird erwartete, dass sie sich darauf einstellen.

              Neben der bereits angesprochenen Flexibilität ist das vor allem auch die Beteiligung an unternehmerischen Prozessen und der inhaltlichen Orientierung
              ausschlaggebend für oder gegen eine Firma. Das Argument „das haben wir schon immer so gemacht“ zählt bei der Generation Y nicht.

                Systemveränderer

                Systemveränderer – noch so ein Begriff, den der Soziologe den „neuen“ Arbeitnehmern zuschreibt. Systemveränderer, die Eigenverantwortung spüren und etwas entwickeln möchten.

                  Umdenkprozess

                  Dass ein Umdenkprozess angebracht ist, zeigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamts zur Erwerbstätigkeit. 2010 waren noch 66 % aller Arbeitnehmer (41 Millionen Bundesbürger) in sogenannten Normal-Arbeitsverhältnissen beschäftigt. 22 % verdienten ihr Geld in Teilzeit, befristet oder in Zeitarbeit. Rund 12 % waren selbstständig. Seit einigen Jahren nimmt vor allem die atypische Beschäftigung sehr stark zu. Dies hat nicht nur Auswirkung auf die sozialen Sicherungssysteme, sondern auch auf die Stressanfälligkeit und die Gesundheit der Arbeitnehmer.

                  Alles scheint plötzlich in Bewegung zu sein. Arbeitsformen sowie Erwerbs- und Konsumorientierung ändern sich. Die beiden gegensätzlichen Pole zu vereinen wird eine DER Herausforderungen der nächsten Jahre sein:

                    Die Generation Y verändert mit ihren Vorstellungen von Beruf und Leben den Arbeitsalltag. Wie der Neustart durch eine Systemveränderung gelingen kann und warum sich Anforderungen an Arbeitnehmer und Arbeitgeber stetig ändern.

                    Nichts ist für die Ewigkeit,
                    schon gar nicht der Job

                    Fabian Sixtus Körner über das Reisen, die Arbeit und das Glück

                    Fabian Sixtus Körner, geboren 1981, ist Designer, Fotograf, Innenarchitekt und Blogger. Anfang 2010 begann er, die Welt zu bereisen und für Kost und Logis zu arbeiten. Innerhalb von zwei Jahren besuchte er alle fünf Kontinente, seit April 2012 lebt und arbeitet er in Berlin. Während seiner Weltreise schrieb er den Blog Stories of a Journeyman. Die Einträge führte er im mittlerweile international erfolgreichen Buch Journeyman zusammen. // www.fabsn.com

                    Wie kam es zu der Idee, auf „Design-Walz“ zu gehen?

                    Fabian Sixtus Körner: Während des Studiums bin ich ja schon ein bisschen rumgereist und war mehrmals in Südostasien. Nach dem Studium hatte ich ein wenig Angst davor, in den Alltag zu gehen mit einer Festanstellung und habe dann zunächst einige Freelancer-Jobs gemacht und auch selbständig gearbeitet. Aber irgendwie war das alles ziemlich langweilig. Mir haben so ein bisschen die Abenteuer gefehlt und auch die Möglichkeit, experimentieren zu können – nicht nur auf Reisen, im Ausland, sondern auch alleine im Studium. Das geht dann ja tatsächlich im Job nicht mehr so. Das habe ich vermisst und da eine Zwickmühle gesehen, aus der ich mich befreien musste. Nicht in dem Sinne, dass ich mein Studium vernachlässige – ich bin schon gerne Designer und Fotograf, wollte aber trotzdem gleichzeitig die Chance haben, dabei experimentieren zu können. Und so eine Reise während der ich auch arbeiten kann, eben die Walz, war die perfekte Kombination für mich.

                    Welche Risiken bist du dafür eingegangen? Was hast du gewonnen?

                    Fabian Sixtus Körner: Ein Risiko war auf jeden Fall der finanzielle Aspekt. Wobei mir das jetzt gar nicht so bewusst war – im Endeffekt sind wir hier in Deutschland doch sehr gesegnet mit finanzieller Absicherung. Sei es durch den Staat oder Familie und Freunde. Von daher wäre ich immer wieder zurückgekommen, selbst wenn ich an einem gewissen Punkt gar kein Geld mehr gehabt hätte. Ich hätte mir dann eben Geld für ein Ticket leihen müssen. Aber das war mir das Risiko nicht wert, zu sagen ‚nein, das mach ich nicht‘. Ich war schon öfter in anderen abgelegenen Regionen der Erde unterwegs und habe das nicht als Bedrohung gesehen sondern eher als etwas Positives und als Möglichkeit, mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen. Von daher war der Sicherheitsaspekt kein besonders großes Risiko für mich. Das finanzielle Risiko war eigentlich das einzige.

                    Natürlich habe ich einiges an Erkenntnissen gewonnen über diesen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Vor allem auch, dass es funktioniert, mit so wenig Geld so lange auszukommen. Und das ist etwas, was ich versuche in mein jetziges Leben zu integrieren. Das ist natürlich nicht immer ganz einfach – ich habe jetzt wieder eine Wohnung, muss Miete zahlen und eine Steuererklärung machen. Aber die Erkenntnis, dass das Leben ohne Besitz und mit wenig Geld tatsächlich sehr befriedigend sein kann, bleibt.

                    Arbeitsmarktforscher kommen zu dem Ergebnis, dass für deine Generation, die Generation Y, Leistung und Lebensgenuss untrennbar zusammen gehören. Es geht den heute 19–34 Jährigen in erster Linie um die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit und sie fordern von ihrem Arbeitgeber mehr Zeit für ihr Privatleben. Siehst du dich als typischer Vertreter dieser Generation?

                    Fabian Sixtus Körner: Zumindest teilweise. Ich war noch nie in meinem Leben angestellt, von daher bin ich wahrscheinlich nicht der typische Vertreter meiner Generation oder generell der arbeitenden Bevölkerung. Aber vor dem Hintergrund des Lebensgenusses auf jeden Fall. Der spielt für mich eine große Rolle und ich propagiere, dass die Arbeit insoweit Spaß machen muss, dass man gute Leistungen bringen kann. Wenn man sich nur abmüht um Geld zu bekommen und dann seine Freizeit genießen zu können, dann stelle ich mir das ziemlich trostlos vor. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die das so tun und ich versuche, dem entgegenzuwirken, auch indem ich darüber schreibe, dass es auch anders geht. Von daher könnte ich mir vorstellen, dass ich nicht der typische Vertreter dieser Generation bin, weil ich Arbeit und Privates nicht unbedingt trenne. Mir muss die Arbeit Spaß machen, weil sie ein Teil von meinem Leben ist. Ich muss darin aufgehen können. Ich muss Herzblut dafür entwickeln können. Dann bin ich mir sicher, dass das Ergebnis gut ist, dann weiß ich, dass der Auftraggeber zufriedener ist, ich bin zufriedener. Das ist das, was für mich wichtig ist.

                    Du hast Innenarchitektur studiert, deine Reise bezeichnest du als „Design-Walz“ und am Ende warst du erfolgreicher Autor. Wenn auch nicht in diesen Extremen, arbeiten heute dennoch viele nicht in dem Beruf, den sie ursprünglich studiert haben. Warum gibt es deiner Meinung nach immer weniger geradlinige Karrieren?

                    Fabian Sixtus Körner: Ich glaube, dass das schon auch etwas mit Luxus zu tun hat, dass wir in der heutigen Zeit in Deutschland extrem abgesichert sind. In den 80er Jahren war das noch anders, in den 50er Jahren sowieso. Da war das natürlich noch nicht alles ganz so sicher. Wir in unserer Generation haben es fast nur so mitbekommen, dass alles stabil ist und dass man sich keine Gedanken machen muss. Aber ich glaube auch, dass wir das brauchen. Wir brauchen eine gewisse Abwechslung, wir brauchen auch ein bisschen Unsicherheit – so ein bisschen dieses Lebensgefühl, zu spüren, dass man auch kämpfen muss. Und das muss man eben nicht, wenn man einen Werdegang hat wie vor 50 Jahren auf heute transferiert. Das ist vermutlich ziemlich langweilig. Vor 50 Jahren war das sicher noch nicht so, weil es ganz andere Sachen gab, mit denen man zu kämpfen hatte. Deshalb vermute ich, dass man sich diese Abwechslung sucht, indem man den Job und vielleicht sogar komplett das Genre wechselt, um Neues zu erleben.

                    Was rätst du jungen Leuten, die sich für den heutigen Arbeitsmarkt interessanter machen wollen?

                    Fabian Sixtus Körner: Eigentlich genau das – dass man nicht in dem einen Job verharren muss. Nichts ist für die Ewigkeit, vor allem nicht der Job. Man sollte auf jeden Fall ausprobieren, was einem Spaß macht und einem liegt. Wenn man das gefunden hat oder sich zumindest Mühe gibt, das zu finden, dann hat man, glaube ich, viel eher Chancen, dass man gut ist in dem Job, den man macht. Somit ist man dann wahrscheinlich auch viel interessanter für den Arbeitgeber oder den Auftraggeber.

                    Was ist dein Rat an die ältere Generation im Umgang mit den Jungen?

                    Fabian Sixtus Körner: Das ist eine schwierige Frage. Ich finde es ehrlich gesagt gar nicht so schlimm bei uns in Deutschland. Ich vermisse vielleicht so ein bisschen Respekt der jungen Generation gegenüber der alten. Ich finde eigentlich, dass unsere ältere Generation in Deutschland relativ aufgeschlossen ist und sich Mühe gibt, sich auf das, was nachkommt, einzustellen. Gewisse Generationskämpfe waren natürlich schon immer da. Das ist auch gut so, denn die junge Generation muss sich ja auch irgendwie aus dem Schatten heraus kämpfen. Von daher finde ich es eigentlich, so wie es gerade ist, gar nicht so schlimm. Ich möchte das jetzt zwar nicht unbedingt auf die Politik münzen – da gibt es mit Sicherheit Nachholbedarf, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Generell würde ich sagen, dass die ältere Generation ziemlich aufgeschlossen ist gegenüber uns Jungen. Im Vergleich zumindest zu anderen Ländern.

                    Dein Buch ist nicht nur in Deutschland sehr erfolgreich sondern schießt auch in den internationalen Bestsellerlisten nach oben. Triffst du mit der Thematik den Nerv der Zeit?

                    Fabian Sixtus Körner: Ich glaube, mein lyrisches Vermögen hält sich in Grenzen. Von daher nehme ich eher an, dass das Thema an sich der Grund ist, warum das Buch Erfolg hat. Es muss dann wohl so sein, dass es den Nerv der Zeit trifft, dass sich viele Leute ähnliche Fragen stellen wie ich vor und auch noch nach meiner Reise. Das sind Fragen, mit denen ich mich beschäftige und die mir wichtig sind, weil sie sich auf die alles entscheidende Frage runterbrechen lassen – ‚Wie bin ich am glücklichsten?‘. Ich glaube, das sind vor allem Fragen, die man sich heute stellt, weil eben viele Möglichkeiten da sind. Teilweise vielleicht sogar zu viele Möglichkeiten. Es gibt Reizüberflutung durch die Neuen Medien, die uns immer wieder neuen Input zu Lebenseinstellungen und Lebensformaten präsentieren. In diese Kerbe schlägt im Grunde auch mein Buch. Es bedient auf jeden Fall diese Fragestellung nach einem glücklichen Leben. Es ist natürlich kein Ratgeber im klassischen Sinne. Ich beschreibe einfach, wie ich auf der Suche bin. Ob ich finde, was ich suche, das weiß ich nicht. Aber es ist zumindest so, dass die Suche so viel Spaß macht und schon so viel Erfüllung ist, dass ich mir nichts anderes vorstellen könnte. Ich glaube, dass das auch vielen Leuten Mut gibt, selbst auszuprobieren und selbst zu suchen – zu reisen oder was auch immer es für einen persönlich bedeutet.

                    Wie hat sich dein Leben in Berlin nach deiner Rückkehr verändert?

                    Fabian Sixtus Körner: Ich habe vor meiner Reise nicht in Berlin gewohnt, von daher ist eigentlich nichts so wie vorher. Ich habe in Wiesbaden studiert und bin auch in Hessen aufgewachsen. In Berlin war ich nur hin und wieder zu Besuch. Deshalb ist mein Leben schon ein komplett anderes. Ich übernehme zwar immer noch kleine Arbeiten und Jobs vor allem im Grafikdesign-Bereich, weil es natürlich auch Spaß macht. Im Endeffekt ist es aber dann doch die Abwechslung, die ich brauche. Nur auf Reisen zu sein muss auch nicht sein. Ich finde die Abwechslung, in Berlin eine Basis zu haben und von dort aus immer wieder losziehen zu können und meine Sachen zu machen, ist eine ziemlich großartige Voraussetzung. Insofern hat sich eigentlich nur meine Einstellung gegenüber der Frage, ob ich die ganze Zeit auf Reisen gehen kann, geändert. Ich bin in dieser Hinsicht jetzt ein bisschen entspannter, weil ich niemandem mehr beweisen muss, dass mir das Reisen auch eine Grundlage geben kann, um mein Leben zu bestreiten. Ich muss nicht gegen Windmühlen ankämpfen, wenn ich mal wieder sage, ich bin jetzt drei bis sechs Monate irgendwo unterwegs.

                    Woran arbeitest du gerade?

                    Fabian Sixtus Körner: Das letzte dreiviertel Jahr hat sich fast alles rund um das Buch abgespielt. Ich hatte viele Vorträge, Vorlesungen und Interviews. Deswegen habe ich mich auch mir selbst gegenüber dazu verpflichtet, dass ich in Deutschland bleibe. Seit über einem Jahr war ich nicht mehr unterwegs, habe nur kurz zwei Wochen Urlaub gemacht. Ansonsten war ich komplett in Deutschland – auch den Winter über. Ich weiß, dass alle sagen, der Winter war nicht so hart, aber er ist einfach nicht meine favorisierte Jahreszeit. Das heißt, es ist auf jeden Fall so, dass es juckt in den Fingern und ich unbedingt wieder los will. Glücklicherweise habe ich demnächst auch die Chance dazu, weil ich gerade dabei bin, eine Doku auf Sri Lanka vorzubereiten. Ich werde also im Herbst zwei Wochen dort sein und eine Doku über den Surftourismus drehen. Durch mein Buch habe ich jetzt tatsächlich die Möglichkeit, mir Projekte auszusuchen. Hätte ich das Buch nicht geschrieben, wäre es nicht erfolgreich gewesen, dann hätte ich jetzt nicht die Chance, zu sagen, ich gehe nach Sri Lanka und drehe da eine Doku übers Surfen. Es ist der absolute Hammer, wie das gelaufen ist.

                    Wie steht es mit dem Fernweh? Wann startet die nächste Walz?

                    Fabian Sixtus Körner: Das mit dem Wegsein ist tatsächlich ein Mechanismus, den ich mir angeeignet habe. Wenn ich merke, ich hänge hier an etwas fest und komme nicht weiter, der Alltag macht mir so sehr zu schaffen, dass ich meine Arbeit nicht gut mache, die Ergebnisse mir nicht passen, dann brauche ich einen Orts- oder Kulturwechsel und neue Impulse. Das sind alles Sachen, die man verarbeitet und nicht nur in die Arbeit sondern auch in die Art und Weise, wie man sein Leben lebt, mit einfließen lässt. Von daher wird es immer wieder auf Reisen gehen. Vielleicht werde ich auch mal längere Zeit im Ausland sein, das weiß ich gar nicht. Das will ich jetzt auch noch gar nicht wissen, ehrlich gesagt. Was nächstes Jahr passiert, ob ich da noch in Berlin wohne – das weiß ich auch nicht. Ich werde wahrscheinlich nicht nochmal zweieinhalb Jahre auf die Walz gehen. Das habe ich jetzt ja schon gemacht. Ich werde mir andere Projekte suchen. Aber es wird mit Sicherheit passieren, dass es irgendwelche Projekte rund ums Reisen geben wird.

                    Das Interview führten Sandra Heincke und Sarah Gröhbühl

                    Impressionen

                    Schauplatz Arbeit

                    Hätten Sie gedacht, dass …

                    Kollege Maschine?

                    Technische Trends für die Arbeit der Zukunft

                    Dass Technik die Wahrnehmung und die Bedürfnisse des Menschen und sein Verhältnis zu Mitmenschen, Umwelt und Arbeit verändert, ist spätestens seit der industriellen Revolution wissenschaftlich und ästhetisch verbrieft. Es lohnt also, hellhörig zu sein bei der Studie, die das Fraunhofer-Institut erarbeitet hat zur „Arbeit der Zukunft. Wie wir sie verändern. Wie sie uns verändert.“* Denn sie fragt, eingebettet in soziologische Trends und ausführliche Szenarios, wie zukünftige Entwicklungen der „informations- und kommunikationstechnologischen Revolution“ unsere Art, zu arbeiten, beeinflussen könnten. Wesentliche These: Die Technologien werden „unsere Arbeits- und Lebenswelten noch viel stärker durchdringen, als dies bereits der Fall ist“.

                    Unter anderem, weil sie viel einfacher zu bedienen sein werden. Social Media und mobile Endgeräte nicht nur als Revolutionäre der Wissensarbeit, sondern auch der Arbeit am Band – das sei die Zukunft: Was heute Mensch-Computer-Interaktion ist, sei morgen Mensch-Computer-Kooperation. Drei beispielhafte Herausforderungen:

                    Wir werden zukünftig in gemischt real-virtuellen Umgebungen leben und arbeiten“, so resümiert es die Studie. In ihrer Perspektive auf die Trends für die Arbeitswelt der Zukunft stellen die Verfasser aber einen wesentlichen Aspekt deutlich heraus: „(…) die Zukunft kommt nicht einfach über uns, wir machen sie uns selbst, durch unsere Kaufentscheidungen, durch unser eigenes Handeln.“ Wir Menschen sind es schließlich, die die Technik entwickeln und darüber entscheiden können, wie und wo wir sie einsetzen wollen. Nicht anders herum.

                    Digitale Reputation

                    Neben der Datensicherheit für Informationen in Clouds, die Privatsphäre, geistiges Eigentum oder geschäftskritische Daten betreffen, werde in Zukunft der Umgang mit den Daten eine große Rolle spielen: Mit deren Preisgabe entstehe aus der „digitalen Identität“ zunehmend eine „digitale Reputation“. Werden mit der Fülle der Daten, die wir selbst im Laufe von Jahren naiver Internetnutzung im Netz hinterlassen haben, nun Mechanismen nötig, die wir sonst aus der realen Welt kennen; die Studie nennt es eine „Verfügungshoheit über die eigene Identität“? Die Möglichkeit, Informationen über die eigene Person im Netz selbstbestimmt löschen zu können oder die Trennung von Berufs-und Privat-Online-Identität wären technische, von der realen Welt inspirierte Antworten auf dieses Bedürfnis.

                      Intelligente Umgebungen

                      Wir leben zunehmend in intelligenten Umgebungen, „die komplexe Situationen erkennen und interpretieren können.“ Wunscherfüllung ohne Mausklick – „Gestik, Sprache, Mimik und eventuell auch direkte Gedankensteuerung“ als Mittel der Kommunikation des Menschen mit seiner intelligenten Umgebung – wird immer normaler werden: Etwa Sensoren in Haushalten pflegebedürftiger Menschen oder ortsunabhängige Zusammenarbeit virtueller, wechselnder und internationaler Teams über mobile Geräte.

                        „Cyber-Physical-Systems“

                        Die wohl weitreichendste Herausforderung dieser Entwicklung ist die Arbeit in „Cyber-Physical-Systems“, in denen Menschen „interaktiv in einer vernetzten Umgebung arbeiten, die durch intelligente Objekte gekennzeichnet ist, welche Entscheidungen einfordern und Entscheidungen treffen.“ Im Extremfall wird in diesem Szenario der Mensch tatsächlich durch Kollege Maschine gelenkt. Vorstellbar sei das vor allem in der produzierenden „Industrie 4.0“, die modulartig, dezentral und mit dem Internet verbunden steuerbar sein wird – und, abhängig von den eingespeisten Informationen, sich selbst konfigurieren wird.

                          Musikstadt Mannheim

                          Interview mit Prof. Udo Dahmen und Prof. Hubert Wandjo von der Popakademie Baden-Württemberg über Trends und Entwicklungen in der Musikbranche

                          Die Popakademie hat eine zehnjährige Erfolgsgeschichte hinter sich. Wie soll diese fortgeführt werden?

                          Prof. Udo Dahmen: Mittlerweile sind wir ja schon elf Jahre am Start und wir haben viele Dinge vor für die Zukunft. Zum einen werden wir unsere Internationalisierung weiter ausbauen. Das heißt auch mehr Möglichkeiten für unsere Studierenden zu schaffen, um in Austauschsemester zu gehen, aber auch Dozentenaustausche zu ermöglichen und darüber hinaus Camps, in denen wir arbeiten. Das haben wir auch bisher gemacht, die Aktivitäten werden wir aber weiter ausbauen. Der andere Teil ist der, dass wir im Moment in der Umstrukturierung der Musikhochschulen auch neue Entwicklungen erleben. Zum Beispiel mit der Perspektive eines Weltmusikinstitutes innerhalb der Popakademie und in Kooperation auch die Möglichkeit, ein Promotionsverfahren anzubieten.

                          Warum muss man Pop studieren?

                          Prof. Hubert Wandjo: Wir bieten hier zwei Ausbildungsstränge an. Zum einen die künstlerische Ausbildung, die Udo Dahmen verantwortet. Zum anderen die Ausbildung im wirtschaftlichen Bereich, Musik- und Kreativwirtschaft, die ich verantworte.

                          Dieses Tätigkeitsfeld ist wesentlich komplexer geworden, großteils hervorgerufen durch die Digitalisierung. Hierzu müssen die speziellen Handlungskompetenzen sowie grund-ständige betriebswirtschaftliche Kenntnisse erlangt werden.

                          Welche Trends und Entwicklungen haben sich in letzter Zeit im Ausbildungsbereich abgezeichnet, wie haben sich Schwerpunkte verlagert?

                          Prof. Udo Dahmen: Für das Studium ist es so, dass wir permanent dabei sind durch unser System immer wieder neue Dozenten ins Haus zu holen, die die aktuellen Entwicklungen begleiten. Dadurch, dass das Studio heute nur noch begrenzt ein Arbeitsplatz ist, gab es im Bereich Musikproduktion in den letzten Jahren radikale Veränderungen. Rechnerbasierte Arbeit, also vom Computer aus Musik zu machen, ist sehr wichtig. Das gilt für den gesamten digitalisierten Bereich, für die Musikproduktion und –komposition ganz genauso wie für die Vermarktung.

                          Prof. Hubert Wandjo: Analog dazu hat sich im Grunde genommen der größte Teil der Vermarktung und des Vertriebes schon in den digitalen Bereich verlagert. Ohne diese Kompetenzen können Sie nirgendwo mehr einen Job in einem Musikunternehmen bekommen. Ausnahme ist das Konzertgeschäft. Dort betrifft die Digitalisierung im Wesentlichen das Ticketing. Insgesamt tragen wir dieser Entwicklung im Curriculum in großem Umfang Rechnung.

                          Welche Bedeutung hätte Ihrer Meinung nach ein Titel wie Unesco City of Music für eine nachhaltige Stadtentwicklung?

                          Prof. Udo Dahmen: Das ist durchaus ein wichtiger Meilenstein für die Stadt. Ich denke, dass wir mit den Anstrengungen, die die Stadt in den letzten 15 Jahren unternommen hat, die gesamte Musikbranche als einen wichtigen Teil der Stadt begreifen und auch darstellen. Dazu gehören auch die Player, die in der Stadt ansässig sind – das reicht von Xavier Naidoo als Künstler über die gesamte Grönemeyer-Band bis zu Laith Al-Deen und vielen anderen inklusive Joy Flemming. Aber in der Jetztzeit hat sich eben durch die neuen wichtigen Einrichtungen wie die Popakademie selbst aber auch den Musikpark, die verschiedenen Gründerzentren und das Clustermanagement wahnsinnig viel entwickelt. Wir sind auf eine gewisse Weise Rolemodel für die Entwicklungen in anderen, auch in größeren Städten. Dem würde der Titel Unesco City of Music auch symbolisch Rechnung tragen.

                          Prof. Hubert Wandjo: Wir selbst sind durch unser spezielles Ausbildungsmodell sehr gefragt bei internationalen Einrichtungen und Kongressen. So sind wir auch Ideengeber und Initiator von Entwicklungen in anderen Hochschuleinrichtungen.

                          Es wird immer häufiger von der Musikwirtschaft gesprochen. Wie viel Platz ist da noch für Kreativität und persönliche Entwicklung eines Talents?

                          Prof. Hubert Wandjo: Wenn man so will ist das eine Spiegelseite des anderen. Ohne Kreativität, ohne Musik bzw. andere Inhalte gäbe es keine Kreativwirtschaft.

                          Prof. Udo Dahmen: Wir haben zwei verschiedene Studienbereiche, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. Also der kreative Bereich im engeren Sinne mit Popmusik-Design und dem Bereich populäre Musik und eben der musikwirtschaftliche Bereich. Natürlich ist es so, dass bei uns die Studierenden im kreativen Bereich alle dazu angehalten sind, dass sie ihre eigene Musik komponieren, produzieren, betexten und auch im ersten Schritt vermarkten lernen. [Hier fehlt ein Satz] In den letzten Jahren haben wir an unterschiedlichen Stellen sehr große Erfolge gehabt von Produzenten, Musikern und Komponisten, die an namhaften Produktionen beteiligt waren. Namentlich Cro, Frida Gold, Caspar und Tim Bendzko im letzten Jahr. Oder auch international unser Absolvent Christian Kalla mit Drake und Alicia Keys. Das waren Nummer-Eins- oder Top-Ten-Produktionen, die meist Gold oder Platin erhalten haben. Und auch im Indie Bereich mit Get Well Soon und allem was drum herum passiert, erleben wir erheblichen Content auf unterschiedlichen Ebenen.

                          Prof. Hubert Wandjo: Das alles passiert natürlich oft in Kooperation mit den Studierenden, die hier im Wirtschaftsbereich ausgebildet werden und draußen eigene Firmen oder Labels gegründet haben. Aber unsere Absolventen arbeiten auch an vielen anderen Stellen in der Musikwirtschaft. Der Chef von Four Music in Berlin ist einer unserer ehemaligen Studenten. In den letzten Monaten zeigt sich zunehmend, dass Bands der Akademie relativ schnell in die Kanäle der großen Firmen finden. Da macht sich auch unser Netzwerk bezahlt. Wir legen den Studierenden ab dem ersten Tag ans Herz, sich untereinander zu verbinden und zu verbünden, um Netzwerke zu schaffen und mit entsprechenden Strukturen aus der Akademie raus zu gehen.

                          Vor einigen Jahren gab es den großen Knall innerhalb der Branche, als plötzlich die CD-Verkäufe einbrachen und fleißig im Internet gestreamt wurde. Ist ein weiterer großer Umbruch absehbar?

                          Prof. Hubert Wandjo: Man muss das ein Stück weit relativieren. Nach wie vor werden in Deutschlang 70 Prozent der Umsätze über physische Tonträger gemacht, allerdings wächst der digitale Anteil rasant. In Skandinavien, den USA und einigen asiatischen Ländern liegt er bereits bei 60-70 Prozent. Hier bildet sich inzwischen eine andere Konsumkultur für Musik heraus. Nicht mehr das Album ist das vorherrschende Format, sondern der einzelne Titel. Das bedeutet auch in der Vermarktung einen Paradigmen-wechsel für die Musikwirtschaft. Zudem ist man mit einer Generation konfrontiert, den Digital Natives, die durch die gelebte Erfahrung kaum noch bereit ist für vorproduzierte Musik zu bezahlen. Künstler und deren Verwerter müssen zunehmend lernen sich auf dieses Klientel einzustellen und verstärkt mit den physischen Produkten bzw. Derivaten wie Tickets, Merchandise, eigene Fernsehkanäle im Netz und Sponsoring im Internet ihr Einkommen zu erwirtschaften.

                          Ist die Branche auf Veränderungen künftig besser vorbereitet?

                          Prof. Hubert Wandjo: Das ist so eine Frage, die der Musikbranche gemeinhin immer vors Gesicht gehalten wird, mit dem Vorwurf ‚Ihr habt da nicht richtig reagiert‘. Heute stellt sich die Musikbranche im Vergleich zu anderen Kreativwirtschaftsbereichen als diejenige heraus, die am ehesten neue Modelle entwickelt hat.

                          Ich denke, die Leute sind alarmiert und reagieren heute schneller und vor allem positiver auf Veränderungen, anstatt auf alte, nicht mehr einzuklagende Rechte zu bestehen.

                          Stichwort Live-Erlebnis. Sehen Sie einen Auf- oder Abwärtstrend für die Konzertbranche in den nächsten Jahren?

                          Prof. Udo Dahmen: Die Konzertbranche hat eigentlich in dem Maße zugelegt, wie zum Beispiel die Tonträgerindustrie in den letzten zehn Jahren verloren hat. Im Moment erleben wir eine Stagnation – die ganz großen Acts funktionieren nach wie vor, die großen Festivals auch. Man kann das zum Beispiel bei Wacken sehen – vom absoluten Nischenanbieter zum Mainstream für einen bestimmten Eventzusammenhang. Wir erleben im Moment auch eine Inflation von Festivals. Das wird sich sicher wieder etwas gesundschrumpfen in den nächsten Jahren.

                          Die andere Seite ist die, dass wir da, wo wir über Newcomer Acts sprechen, also eine Größenordnung bis 500 Zuschauer pro Abend, ein erhebliches Problem haben. Denn da müssen die Künstler Geld mitbringen, um heutzutage überhaupt spielen zu können. Wir sind insgesamt in einer schwierigen Situation, weil wir für die Zukunft nicht nur auf Etablierte setzen können. Es müssen auch immer wieder junge Künstler in den Markt. Wir brauchen auch lokal unterstützte Clubs und zwar in größerem Maße als bisher.

                          Prof. Hubert Wandjo: Die Konzertbranche hat sich in den letzten 10 Jahren mit ihren Umsätzen sehr stark nach oben entwickelt, bei einem gleichzeitigen Rückgang der abgesetzten Tickets. Dieser Effekt ergibt sich aus einer Verdoppelung der Eintrittspreise. Verursacht wird dies durch die großen Künstler, die auf dieser Weise versuchen ihre Verluste im Tonträgerbereich über das Livegeschäft zu kompensieren. Für die Newcomer spielt der ökonomische Teil des Touringgeschäfts lange keine Rolle. Für die künstlerische Entwicklung ist das Konzertgeschäft umso wichtiger. Sollten die Tourneen dieser Künstler nicht kostendeckend zu leisten sein, müssten in Zukunft viel stärker Mittel aus der öffentlichen Kulturförderung eine solche Lücke schließen. Es ist nicht nachvollziehbar

                          Wie schätzen Sie die Bedeutung von Casting-Shows ein?

                          Prof. Udo Dahmen: Casting-Shows sind Medienereignisse und sie sind auch so konzipiert, dass die Dramaturgie dem folgt, dass jeweils die Staffel, die gerade läuft, Stars auf Zeit hervorbringt. Dass es dem einen oder anderen vielleicht geling, sich auf eine gewisse Weise zu etablieren, ist dabei eigentlich ein Nebenbei-Produkt. Insgesamt sind die Produktzyklen sehr kurz und auch so vorgesehen. Von daher kann ich es für einen Künstler nicht unbedingt anraten, diese Plattform zu nutzen.

                          Prof. Hubert Wandjo: Man muss hier ein Stück weit auch regionale Unterschiede herausheben. Es gibt Künstler in den USA und England, die über Casting-Shows langjährige Karrieren gestartet haben. Dies ist bisher in Deutschland noch nicht so gelungen. Hier werden Gewinner medial nicht in der gleichen positiven Weise unterstützt wie in den zuvor erwähnten Ländern.

                          Was wünschen Sie sich für die nächsten zehn Jahre Popakademie?

                          Prof. Udo Dahmen: Auf der einen Seite, ganz einfach die Arbeit, die wir in elf Jahren aufgebaut haben, kontinuierlich weiterzuentwickeln. Viele Dinge wurden sehr gut angelegt. Das betrifft die Studiengänge aber auch den gesamten Internationalisierungskomplex, inklusive der Austausche. Das betrifft aber auch die kreative Arbeit im Haus. Wir haben einen kleinen Wunschzettel, nämlich zum Beispiel ein Bundespoparchiv in Mannheim einzurichten.

                          Prof. Hubert Wandjo: Dass wir der Dynamik unserer Branche weiterhin in im Rahmen unserer Ausbildung Rechnung tragen können. Die Musikwirtschaft ist ein sich ständig bewegendes Ziel, das es so oft wie möglich zu treffen gilt. Dies ist uns bisher gut gelungen und wir werden alles tun diese Kompetenz weiter auszubauen.

                          Welche drei Künstler werden auch in zehn Jahren noch präsent sein und mit Musik ihr Geld verdienen?

                          Prof. Udo Dahmen: Da wären eigentlich viel mehr als drei zu nennen. Ich greife jetzt einfach mal in die Kiste. International würde ich aus dem Indie Bereich eine Band wie Radiohead auch in zehn Jahren noch sehen, weil sie sehr nah an ihrem Publikum ist und ganz stark auch die Vermarktung selbst betreibt. Zum zweiten würde ich Lady Gaga nennen, weil sie eine sehr wandelbare Persönlichkeit ist. Gerade jetzt mit dem Album mit Tony Bennett zeigt sie eine ganz neue Seite von sich. Wahrscheinlich wird sich das bei ihr in ganz andere Bereiche entwickeln, weg von dem, in dem sie begonnen hat. Zum dritten, im deutschen Bereich, kann ich auch gleich drei nennen: Das sind Udo Lindenberg, mit Sicherheit Herbert Grönemeyer und die Fanta 4.

                          Prof. Udo Dahmen

                          Mitbegründer, Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg, Vizepräsident des Deutschen Musikrates, Präsident des deutschen Schlagzeugerverbandes „Percussion Creativ e. V.“, Kuratoriumsvorsitzender der Emil-Berliner-Stiftung und Kuratoriumsmitglied der Deutschen Phonoakademie

                          Prof. Hubert Wandjo

                          Mitbegründer der Popakademie Baden-Württemberg, Business Direktor & Geschäftsführer, Leiter Fachbereich Musik- und Kreativwirtschaft

                          Bekannte Künstler der Popakademie Mannheim:

                          News & Events

                          Benefizgolfturnier„m:con goes Golf“

                          17.500 Euro für die Kinder-Krebsforschung

                          Zum fünften Mal in Folge fanden sich rund 120 Golfer für den guten Zweck im Golf Club St. Leon-Rot ein. Ziel des Benefizgolfturniers „m:con goes Golf“ ist es, die Neuroblastom-Forschung am Uniklinikum Mannheim zu unterstützen. Gemeinsam mit den prominenten Schirmherren des Projekts, dem Kölner Tatort-Team um Klaus J. Behrendt, und dem Geschäftsführer der Mannheimer Adler, Matthias Binder, konnten am Ende stolze 17.500 Euro Spendensumme übergeben werden.

                          Die Golfer konnten 10.000 Euro erspielen. Zusätzlich zu dieser Summe übergab der Geschäftsführer der Mannheimer Adler, Matthias Binder, Prof. Horst Schroten einen Spendenscheck im Wert von 7.500 Euro. Schirmherr Joe Bausch erläuterte: „Das Ziel muss sein, so viel Geld zusammen zu bekommen, dass wir in der Forschung im Hinblick auf das Neuroblastom bald soweit sind, dass wir diese furchtbare Erkrankung der Kinder heilen können.“

                          Geschäftsführer Johann W. Wagner sicherte die Unterstützung der m:con zu: „Das Neuroblastom-Projekt ist auf einem guten Weg. Deshalb müssen wir hier weiter machen, um auch in Zukunft positiv zu wirken. Um die wertvolle Forschungsarbeit des Kinderklinikums zu unterstützen, wird die m:con alle Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, nutzen.“

                          Impressionen

                          Eventforum

                          Kongressorganisation der besonderen Art

                          Am 19. November 2014 findet das zweite Eventforum Mannheim im Congress Center Rosengarten statt. Die Veranstaltung ist ein branchenspezifischer Hochschulkongress, der den Teilnehmenden eine Vielzahl an Vorträgen und Podiumsdiskussionen bietet. Die Organisatoren möchten Eventbranchenvertreter, Young Professionals sowie Studierende zusammenbringen, um den Austausch aktueller wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis zu fördern. Die Besonderheit der Tagung liegt vor allem in der Organisation, die federführend von vier Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim übernommen wird.

                          Julia Köhl, Anna-Lena Kogenschott, Laura Braun und Felix Hummert, alle Studierende im Studiengang Messe-, Kongress- und Eventmanagement, zeichnen neben dem Studium und den jeweiligen Praxisphasen zusätzlich für Konzeption und Durchführung des Eventforums 2014 verantwortlich. Beratend zur Seite stehen ihnen dabei Diplom-Betriebswirtin Laura Brager sowie die Gründer des Kongresses, Prof. Dr. Michael Dinkel und Prof. Dr. Carsten Schröer.

                          Der Entstehung des Formats im Jahr 2012 liegt die Idee zugrunde, gemeinsam mit den jeweiligen Ausbildungspartnern der Studierenden eine Weiterbildungsplattform anzubieten, die sich vor allem an Young Professionals wendet und im Idealfall die erste große Kongressteilnahme darstellt. Ein solches Angebot haben die Initiatoren bis zur Gründung des Eventforums in der Veranstaltungsbrache vermisst.

                          Dass die Organisation in der Hand von Studierenden liegt, entspricht der Philosophie der DHBW, Theorie und Praxis eng miteinander zu verbinden. „Wir haben die Gelegenheit, uns für ein Themengebiet zu entscheiden, mit dem wir im Ausbildungsunternehmen nicht in Berührung kommen.“, erklärt Laura Braun. Felix Hummert betont, wie wichtig dabei die Arbeit im Team ist: „Wir unterstützen uns gegenseitig und helfen uns aus. Zudem stehen wir in engem Kontakt mit unseren Ansprechpartnern.“

                          Der Ansporn ist groß. Neben dem Vertrauen, das ihnen von der Studiengangsleitung entgegen gebracht wird, motiviert die angehenden Eventmanager vor allem die Möglichkeit des eigenverantwortlichen Arbeitens und die Einflussnahme auf die Entwicklung des Eventforums. „Es ist spannend zu sehen, in wieweit die in der Arbeitswelt angekommenen Absolventen zum Eventforum zurückkehren und die Veranstaltung somit branchenrelevant ist.“, so Anna-Lena Kogenschott.

                          Die vier Young Professionals von morgen konzentrieren sich inhaltlich auf die Bedürfnisse genau dieser Gruppe. Julia Köhl erläutert den Mehrwert der Veranstaltung: „Während des Eventforums können wichtige Kontakte zu etablierten Unternehmen der Branche geknüpft werden. Außerdem eröffnen Vorträge, Podiumsdiskussionen und persönliche Netzwerkpflege Einblicke in neue Bereiche der Eventbranche. Wir stehen noch am Anfang unseres Berufslebens. Es ist wichtig, sich möglichst viele Perspektiven zur beruflichen Orientierung und Weiterentwicklung zu verschaffen. Das Eventforum bietet diese Möglichkeit.“

                          Links:

                          Die m:con freut sich über Neuzugänge im Kongressgeschäft

                          Neue Kongresse bis ins Jahr 2016 bestätigt

                          Im Oktober 2014 darf die m:con – mannheim:congress GmbH erstmals die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) im Rosengarten begrüßen. Die DTG begeht hier nicht nur ihre 23. Jahrestagung, sondern feiert außerdem ihr 25-jähriges Bestehen. Für den 89. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie übernimmt die m:con nicht nur die Teilorganisation ab 2014, der Großkongress findet außerdem in 2016 im Rosengarten statt. Zudem wird der Schmerzkongress in den Jahren 2015 und 2016 in Mannheim tagen und von der m:con ganzheitlich organisiert.

                          m:con-Geschäftsführer Johann W. Wagner zeigt sich erfreut: „Es ist schön zu sehen, dass unsere Bemühungen, Mannheims Stellenwert als Kongress-Stadt zu erhöhen, erfolgreich sind. Vor allem im Bereich der medizinischen Tagungen konnte das Business Development schöne Erfolge verbuchen.“ Prokurist Bastian Fiedler fügt hinzu „Es ist besonders erfreulich, dass auch andere große PCOs ihren Weg in den Rosengarten finden und Tagungen in Mannheim buchen und sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit auszahlt. Darüber hinaus wird unser Serviceorientierung sowie unser Knowhow in steuerrechtlichen und Compliance Thematiken von den Kunden sehr geschätzt.“

                          In der Garderobe mit …
                          Roger Cicero und Gregor Meyle

                          Gibt es im Showgeschäft überhaupt echte Freundschaften?

                          Gregor Meyle (Jahrgang 1978)

                          Gregor Fabian Meyle ist ein deutscher Musiker. 2007 belegte er den zweiten Platz in der von Stefan Raab konzipierten Casting-Show auf ProSieben. Um von bestehenden Tonträgerunternehmen unabhängig zu sein, gründete Meyle seine eigene Plattenfirma Meylemusic. Dort erschien sein zweites Album Meylenweit sowie das Livealbum Laut und Leise. 2012 veröffentlichte er sein drittes Studioalbum Meile für Meyle und sein erstes Buch Songs für Feinschmecker.

                          Im Frühling 2014 nahm er zusammen mit unter anderem Roger Cicero und Xavier Naidoo an der vom Fernsehsender VOX ausgestrahlten Sendereihe Sing meinen Song – Das Tauschkonzert teil.

                          Quelle: Eventim
                          Mehr über Gregor Meyle erfahren Sie unter:
                          www.gregor-meyle.de

                          Roger Cicero (Jahrgang 1970)

                          Der Sohn des bekannten Jazzpianisten Eugen Cicero und einer Tänzerin hat bereits in seiner Jungend musikalische Einflüsse wie ein Schwamm aufgesogen. Den letzten Schliff verlieh er seiner musikalischen Bildung dann am Hohner-Konservatorium in Trossingen, wo er in den Fächern Gitarre, Klavier und Gesang ausreichend Können für seine spätere Karriere mitbekam. Roger Cicero hat in Deutschland einen ganz besonderen, poppigen Jazz salonfähig gemacht.

                          Sein erstes Soloalbum „Männersachen“ erschien 2006.

                          Quelle: ProSieben
                          Mehr über Roger Cicero erfahren Sie unter:
                          www.rogercicero.de

                          Herr Cicero, Sie haben sich nach der Sendung „Sing meinen Song“ entschieden Gregor Meyle als Special Guest mit auf Tour zu nehmen, warum?

                          Gregor hat mich schon in Afrika daraufhin angesprochen und ich fand die Idee auf Anhieb super. Ausserdem ist Gregor ein fantastischer Künstler und durch die gemeinsame Erfahrung haben wir natürlich eine enge Verbindung bekommen.

                          Ist mit den Kollegen während der TV-Show eine enge Verbindung entstanden, gibt es sowas wie enge Freundschaft im Showgeschäft überhaupt?

                          Roger Cicero: Uns hat diese gemeinsame Erfahrung natürlich verbunden. Selbstverständlich sind auch im Showgeschäft enge Freundschaften möglich. Das wäre ja schlimm, wenn das nicht so wäre.

                          Gregor Meyle: Natürlich gibt es Freundschaften im Showgeschäft. Wir wurden bei „Sing meinen Song“ gemeinsam in eine Ausnahmesituation geschmissen und sind da zusammen durchgeschwommen. Es war ein wahnsinnig schönes Erlebnis und ich bin ganz stolz, solche Freunde zu haben.

                          Herr Cicero, Sie haben sich viel Zeit genommen für das neue Album. Was macht es für Sie besonders?

                          Es ist mein mit Abstand persönlichstes Album geworden, in dem ich mich sehr geöffnet habe. Das war und ist nach wie vor eine besondere Erfahrung.

                          Durch die TV-Show gab es sehr viel Aufmerksamkeit, auch in den Sozialen Medien. Nutzen Sie diese Kommunikationsform?

                          Roger: Ich muss zugeben, dass ich relativ spät in die Sozialen Medien eingestiegen bin. Mittlerweile macht mir das einen großen Spaß, den ich allerdings privat wenig nutze. Da bin ich altmodisch. Persönliche Gespräche schätze ich mehr, als öffentliche Posts.

                          Gregor: Natürlich nutzen wir die Möglichkeiten, dass wir Information und Aussagen unverfälscht rüberbringen können. Wir arbeiten mit Facebook. Ich finde es einfach schön, dass ich den Leuten, die sich dafür interessieren, schreiben kann, wie mein Tag war, wie die Woche war, dass wir ein schönes Konzert spielen, dass ich mich freue auf ein Fußballspiel. Es ist einfach toll, dass die Leute darüber direkten Kontakt zu mir haben und unmittelbar dabei sind.

                          Was macht eine Tournee für Sie besonders?

                          Roger: Eine Tournee ist der einzige Zeitraum im Leben eines Künstlers, in der er ein geregeltes Leben führt. Die Tagesabläufe sind immer gleich und beinahe jeden Tag auf der Bühne zu stehen, ist für mich die Belohnung für die restlichen Strapazen.

                          Gregor: Das Schöne ist, dass ich auf der Tour mit meinen Freunden, meinen Mitmusikern, durch die Gegend fahren kann. Für uns ist das so ein bisschen wie Länder, Menschen, Abenteuer. Man fährt durch die Gegend, lernt Konzertlocations kennen, trifft Menschen, erlebt viel zusammen, findet nachts um drei das Hotel nicht. (lacht) Dieses Jahr sind wir für 17 Konzerte auch zusammen mit dem Roger auf Tour. Da freue ich mich ganz besonders drauf, weil der Roger ein wahnsinnig netter Mensch ist und es tierisch Spaß macht, mit ihm zusammen auf der Bühne zu stehen.

                          Herr Meyle, warum muss man Roger Cicero Ihrer Meinung nach live gesehen haben?

                          Roger ist einer der besten Sänger und Entertainer, die ich kenne in Deutschland. Außerdem ist er ein wahnsinnig toller Musiker. Er spielt Gitarre und auch Klavier. Er liebt Musik und sein Publikum.

                          Haben Sie jeweils irgendeine Erinnerung an Mannheim, die diese Stadt für Sie besonders macht?

                          Roger: Ich erinnere mich immer gerne an die Konzerte zurück, die ich in Mannheim bisher geben durfte.

                          Gregor: Mannheim ist ne Arbeiterklasse-Stadt. Das heißt, jeder der dort Erfolg hat, hat das selbst erreicht oder hat sich hochgearbeitet. Man merkt der Stadt ihre Lebensfreude an. Die Leute halten extrem zusammen. Man kann sagen, es ist ein krasseres Pflaster mit wenig Friede, Freude, Eierkuchen, aber eine ausdrucksvolle Stadt, weil die Leute toll sind.

                          Wenn Sie nicht Musiker geworden wären, womit würden Sie heute Ihr Geld verdienen?

                          Roger: Das ist eine schwierige Frage. Ich habe sie mir selber nie beantwortet. Aus heutiger Sicht würde ich wahrscheinlich eine Yogaschule mit einem angeschlossenem Cafe eröffnen.

                          Gregor: Also Geld verdienen ist ja generell ne schwierige Sache, ein Bürojob würde schon mal flachfallen. Ich habe ja vorher 12 Jahre als Tontechniker gearbeitet, das würde ich auf jeden Fall machen, weil es eine ehrliche und interessante Aufgabe ist. Hätte es nichts mit Musik zu tun, wäre ich wohl Winzer oder Koch geworden.

                          Womit kann das Publikum Sie als Künstler glücklich machen?

                          Roger: Mit Standing Ovations. Wie sagte Max Greger immer so schön-„Braucht kein Mensch, aber es fühlt sich so guuuut an.“

                          Gregor: Indem es Lust hat, zuzuhören, dabei ist und sich freut. Wenn es die eigene Lebensgeschichte mit meiner Musik verbindet. Das passiert oft.

                          Welchen Künstler haben Sie sich zuletzt live angeschaut und warum?

                          Roger: Ich war bei Gregory Porter in Amsterdam . Der Mann ist genial.

                          Gregor: Ich werde mir am 27. August den Jamie Cullum reinziehen, eins der wenigen Konzerte, die ich dieses Jahr selbst sehen kann, weil so viel los ist. Jamie Cullum ist für mich ein absolutes Jahrhunderttalent. Der hat so viel Lebensfreude, er ist der musikalischste Mensch, den ich je erlebt habe. Ich durfte ihn vor ca. 10 Jahren schon mal als Tontechniker mischen. Er ist einfach ein Wahnsinns Musiker und da freue ich mich schon wie „die Sau“ drauf. Die Karten dafür haben wir schon seit über einem halben Jahr.

                          Das Interview führte Marion Treu